American Pillar - Charming Pink

American Pillar; Packwood House Garden / GB (PE)

 

Vermutlich wegen ihrer Kletterfreude an Rankgerüsten - verbunden mit einem gewissen nationalen Züchterstolz - erhielt diese schöne Kletterrose ihren Namen. Übersetzt bedeutet er so viel wie „Amerikanische Säule“. Eigentlich hätte diese sommerblühende Ramblerrose wegen ihres wundervollen Blütenflors und wegen ihres freudigen, vieltriebigen Wuchses einen klingenderen Namen verdient gehabt.

 

American Pillar wurde von Dr. Walter van Fleet in den USA 1902 gezüchtet. Die Eltern sind auf der maternalen Seite ´Rosa wichurana x Rosa setigera´; auf der paternalen Seite steht ein unbekannter Sämling (ARS: red hybrid Perpetual). Bekannt ist der Züchter den meisten Rosenfreunden durch die Kletterrose ´Dr. W. van Fleet´ und deren Mutation ´New Dawn`. Die Markteinführung erfolgte 1909 durch die amerikanische Rosenschule ´Conard & Jones Co / West Grove / Pennsylvania´. Sie hat sich besonders durch die Verbreitung von Rosen-Neuheiten einen Namen gemacht aber weniger durch züchterische Tätigkeiten. In der Rosen-Zeitung vom Dezember 1913 wird die Rose kurz beschrieben und diese Rosenschule fälschlicherweise als Züchter mit dem Züchtungsjahr 1909 dargestellt (Vgl.Bildergalerie!).

 

Dass diese Kletterrose auch nach über 100 Jahren seit ihrer Markteinführung im Angebot so bekannter Rosenschulen wie David Austin, Heinrich Schultheis und vieler weiterer wie Kalbus, Agel oder Rosenpark Dräger zu finden ist, beweist ihre andauernde Beliebtheit unter Rosenliebhabern.

 

Charles Quest-Ritson, der exzellente englische Rosenkenner und Gartenbuchautor, stellte in seinem Vortrag über „Kletterrosen des 20. Jahrhunderts“ anlässlich des 16. Kasseler Rundgesprächs 2003 in Sangerhausen Folgendes fest:

 

„… In den Jahren um 1900 bis 1910 strebten hunderte von Wichurana- und Multiflora-Rambler auf den Markt. Sie waren ein gärtnerisches Erdbeben, eine Woge, die alles vorher Dagewesene  hinwegfegte. Was wären unsere Gärten ohne ´Alberic Barbier´ (Barbier, 1900), ´Dorothy Perkins´ (Jackson & Perkins, 1901) und ohne ´American Pillar´ (van Fleet, 1902)? Dies sind die Sorten, die überlebt haben und immer noch angebaut und verkauft werden. … Sie sind spektakulär!“

 

Mit ihrer überbordenden Blütenfülle versprüht American Pillar Ende Juni bis Anfang August einen so romantischen Charme, dass sie jeden Betrachter in den Bann zieht. Unter den sommerblühenden Ramblern blüht American Pillar relativ spät und etwa 6 Wochen lang. Ihre einfachen und manchmal halbgefüllten karminroten Blüten besitzen ein weißes Auge, in dem goldgelbe Staubgefäße leuchten. Das Karminrot der Kronblätter geht später in ein helles Rosarot über. In voller Sonne können sie auch zu einem zarten Rosaweiß verblassen. Vor ihrem glänzenden, dunkelgrünen und leicht lederartige Blattwerk heben sich die Blütencluster besonders prächtig ab. Zudem sind ihre offenschaligen Blüten recht regenfest, so dass ihnen eine Regenphase während der Blütezeit ihre Blütenpracht kaum schmälert. Leider duftet sie kaum, so dass nur eine feine Nase einen zarten Duft verspüren kann.

 

American Pillar ist ein kräftiger, vieltriebiger Wachser, der im Jahr bis zu 2 m lange Triebe schieben kann und Höhen von 6 bis 7 m erreicht. Damit ist er prädestiniert für das Beranken von Rosenbögen, Lauben, Zäunen, Obelisken, Obstbäumen und Klettergerüsten. Da der Rambler am alten (vorjährigen) Holz blüht, soll er nur unmittelbar nach der Blüte im Sommer geschnitten werden – sofern erforderlich. Die abgeblühten Blütenstände entwickeln zum Herbst einen zierenden Fruchtschmuck aus knallroten Hagebutten.

 

Obwohl American Pillar recht trockenheitsresistent ist, sollten sehr heiße Standorte

gemieden werden. Wenn nämlich in der Blütezeit Wetterbedingungen herrschen, bei denen zwischen Tag und Nacht große Temperaturdifferenzen liegen, kann American Pillar von Echtem Mehltau befallen werden. Deshalb sollte man aufgrund seiner Schattentoleranz – wenn möglich – einen eher etwas halbschattigen, aber luftigen Standort auswählen. Dem Rambler wird eine hohe Winterhärte nachgesagt, die ihn deshalb auch für raue Gegenden prädestiniert.

 

American Pillar ist unter den sommerblühenden Ramblern ein „Evergreen“!

Text:            Ulrich Perpeet

 

Bilder:          Ulrich Perpeet (PE); Martina Döpke (DÖ) und Christiane Frost(FR) jeweils mit freundlicher Genehmigung aus ihren Webseiten

 

Quellen:       American Pillar in: Rosen-Zeitung Nr.8, Dezember 1913, S.149, 28.Jahrgang;

 

                    Kletterrosen des 20. Jahrhunderts, Charles Quest-Ritson im Rosenjahrbuch 2003, S.45-52;

 

                    Kletterrose American Pillar in: Rosenparadies Loccum, Webseite;

 

                    American Pillar in: Official Registry and Checklist Rosa der ARS

 

Filmmaterial über American Pillar finden Sie in nachfolgenden Youtube-Streifen:

 

Longwood Gardens:

https://www.youtube.com/watch?v=r2gqLRyXCvk

 

American Pillar im Loose Memorial Park in Kansas City:

https://www.youtube.com/watch?v=1kyy5bXzd7E

 

https://www.youtube.com/watch?v=eFVxuOCwDjA

Pe, 01.21