Bentall´s anmutige Tänzerin

Moschata-Hybride Ballerina (Pe)

 

Wie eine Balletttänzerin unter den Strauchrosen kommt die Moschata-Hybride Ballerina daher. Einfachheit und Eleganz sind die Attribute, die von ihren zarten Blütenwogen ausgehen, die vom Frühling bis zum Herbst den Rosenstrauch schmücken. Dabei haben die einzelnen, kleinen Blüten Wildrosencharakter, die sich in großen Blütenbüscheln zu unvergleichlichen Blütenwolken vereinen.

 

Die einfachen Blüten sind anfangs dunkelrosa. In ihrer weiteren Entwicklung verblasst das Dunkelrosa schnell, da sich das weiße innere Auge bis zu einem leicht rosafarbenen Rand erweitert. Jüngere und ältere Blüten in den Blütenbüscheln ergeben in ihrem Zusammenklang eine besondere Farbstimmung.

Die Staubblätter erscheinen zunächst in einem dekorativen Gelb, gehen aber mit dem Verblassen der Kronblätter rasch in ein Dunkelbraun über. Die enorme Blütenmenge in den mehr oder weniger gleichmäßig verteilten Blütenbüscheln steigert sich bis zum Herbst hin. Ballerina verträgt gut den Halbschatten, in dem sich ihre Farbintensität länger hält.

 

Die abgeblühten Blütenbüschel werden im Sommer herausgeschnitten, damit die Rose neue Blütenbüschel schiebt. Wenn man Ende August die Blütenbüschel nicht mehr abschneidet, setzt der Rosenstrauch Früchte an. Im späten Herbst sitzt er dann dicht voller kleiner orangerot gefärbter Hagebutten, die sich lange am Strauch halten, und sich besonders gut für Blumengestecke eignen. Im Winter sind die Hagebutten gern angenommene Nahrungsquelle für die Vogelwelt.

 

Ballerina wird zwischen 100 bis 150 cm hoch und kann in warmen Lagen an einem Klettergerüst bis zu 2 m hoch klettern. Sie gilt als sehr blattgesund und robust, so dass sie jedem Rosenlaien empfohlen werden kann.

 

Die Eltern von Ballerina sind leider unbekannt. Zu ihrem Ursprung schreibt Dieter Gaißmayer: „Entstanden ist die wundervolle Sorte in der Tradition der Moschata-Rosen, die Anfang des 20. Jahrhunderts von dem britischen Pfarrer Joseph H. Pemberton entwickelt wurde und nach seinem Tod von seinem Gärtner John A. Bentall kongenial fortgeführt wurde“. 1937 brachte Anne Bentall diese Sorte in den Handel. Große Bedeutung bekam sie in der Rosenzüchtung. In der ersten und zweiten Nachfolgegeneration tauchen viele bekannte Sortennamen auf – wie etwa:

Sally Holmes, Plaine de Grace, Yesterday, Schubert oder Rush, Alden Biesen, Omi Oswald, Bouquet Parfait, Angela, Lavender Dream und viele weitere Sorten (Vgl. RoseGen im Netz!). Ballerina ist also eine ´Große´ in der Rosenzüchtung. Möglicherweise erhielt sie wohl daher 1993 den britischen ´Award of  Garden Merit´ der Royal Horticultural Society.

 

Wer kleinblütige und bienenfreundliche Moschata-Hybriden mag, wird von Ballerina nicht enttäuscht werden. Sie findet Verwendung in gemischten Beeten in Kombination mit Stauden und Gräsern. Wie alle Moschata-Hybriden ist Ballerina auch als Kaskadenrose im Handel (z.B. bei Schultheis in Steinfurth).

Text:      Ulrich Perpeet

Bilder:    Ulrich Perpeet, Christiane Frost mit freundlicher Genehmigung aus ihrer

              Webseite

 

Quellen: ´Rosen – Die große Enzyklopädie´, The Royal Horticulteral Society;

               Webseite ´RoseGen´ - Die Rosengenealogie von Ursula Grau;

               Webseite ´Helpmefindroses´;

               Webseite ´Ein Garten in Norddeutschland´ von Christiane Frost - Moschata

               Hybriden …oder?

               Webseite der Staudengärtnerei Gaißmayer

 

            

               

Pe, 07/22