Harison´s Yellow

Harison´s Yellow im Garten Wüst (PE)

 

Harison´s Yellow (syn.: Rosa harisonii) ist eine Wildrose aus der Sektion der Bibernellblättrigen (Pimpinellifoliae). Ihre sieben- bis neunfiedrigen Blätter und die starke Bestachelung der Triebe deuten auf ihre genetische Herkunft, wobei die leuchtend gelbe Blütenfarbe von der Mutter (Rosa foetida – Fuchsrose) und die dichte Bewehrung der Triebe mit geraden Stacheln und Stachelborsten sowie die schwarzen Hagebutten vom Vater (Rosa pimpinellifolia – Bibernellrose) stammen dürften. Nach der Mutter ist die Rose eine „Foetida-Hybride“ und nach dem Vater eine „Pimpinellifolia-Hybride“.

 

Fast alle bibernellblättrigen Wildrosen und deren Arthybriden sind einmalblühend. So auch die hier Beschriebene. Das tut ihrem Frühlingscharm im Mai / Juni aber keinen Abbruch; im Gegenteil: Sie haut mit ihrem dichten Blütenkleid aus gefüllten, leuchtend gelben Blüten mit einem Durchmesser der Einzelblüte von 6 cm regelrecht auf die Pauke!

 

Zur Zeit ihrer Entdeckung Anfang des 19. Jahrhunderts erregte sie in Amerika und Europa großes Aufsehen. Zur Geschichte ihrer Entdeckung und Verbreitung schreibt

Christiane Frost in ihrer Homepage (www.frost-burgwedel.de):

 

Zur Geschichte von Harison´s Yellow (nach Christiane Frost)

 

Bevor 1824 die erste gelbe Teerose aus Fernost nach Europa kam, gab es in Europa und Amerika nur 2 gelbe Rosen, Rosa foetida und eine blassgelbe Rosa pimpinellifolia.
Rosa foetida stammt aus Kleinasien und kam wahrscheinlich schon im 13. Jahrhundert nach Mitteleuropa, die hellgelbe Pimpinellifolia ist dagegen in Europa heimisch - beispielsweise an der Nordseeküste in den Dünen.
1830 traf aus Amerika eine locker gefüllte, leuchtendgelbe Rose in Europa ein, die großes Aufsehen erregte. Sie war durch Zufall entstanden.
Der Hobbyzüchter Georg Harison fand einen Sämling in seinem New Yorker Garten. Man nannte ihn zu Ehren von Mrs. Harison "Harison's Yellow". Diese Zufallskreuzung der beiden in Europa bekannten gelben Wildrosen machte zunächst in Amerika Furore.
Die amerikanischen Siedler, die nach Westen aufbrachen, nahmen die Rose auf ihre langen Trecks mit, und so kann man heute ihren Weg von der amerikanischen Ostküste bis zum Pazifik als „Oregon Trail Rose“ verfolgen.
Es hält sich zudem das Gerücht, dass man ihr mit einem Volkslied ein Denkmal setzte: "The yellow rose of Texas". Unter dieser Bezeichnung ist sie heute noch in der Fachliteratur zu finden. Wer sich den Liedtext jedoch anhört, merkt schnell, dass es dabei um eine Frau und den Krieg mit Mexiko geht und nicht um eine Rose.

 

Harison´s Yellow wird je nach Standort 100 bis 200 cm hoch, bleibt anfangs dicht und bildet später lange gebogene Triebe, die sich zum Beispiel an Zäune oder Obelisken binden lassen. Die schalenförmig gefüllten Blüten verströmen einen kräftigen, fruchtigen Duft. Die Rose ist frosthart, nimmt mit jedem Boden vorlieb und ist pflegeleicht. Wegen ihrer besonderen Frosthärte empfiehlt die schwedische Rosengesellschaft sie übrigens für Nordschweden. Zwar ist sie etwas anfällig für Sternrußtau, den sie aber nach Aussagen vieler Rosenbesitzer gut wegsteckt. Auf eigener Wurzel treibt sie – wie bei vielen bibernellblättrigen Rosen – Wurzelausläufer. Insbesondere in einer Wildgehölzhecke aber auch in Solitärstellung ist sie ein Blickfang im Frühjahr. Charles Quest-Ritson bemerkt dazu etwas bedauernd: „Wenn sie doch nur mehr als einmal blühte…“!

 

 

Text:     Ulrich Perpeet

Bilder:   Christiane Frost (FR) mit freundlicher Genehmigung aus ihrer Webseite sowie

             Ulrich Perpeet (PE)

überarbeitetes Porträt von 03/17

 

Ein Kurzvideo über die Rose findet der Leser im nachfolgenden Youtube-Link:

https://www.youtube.com/watch?v=J7p6fcSvsYM

 

 

Pe, 11/19