Katzenminzen spiegeln den Himmel

The Fairy auf Rosenstämmchen im Bett von Katzenminzen im Deutschen Rosarium Dortmund (PE)

 

Frau Helga Panten - Fotografin und Buchautorin - schreibt im Flyer des Bundes Deutscher Staudengärtner über die Staude des Jahres 2010:

"Katzenminzen sind Gartenschätze auf den zweiten Blick. In den Vordergrund drängen sie nie. Aber als blauviolette Wolke zu Füßen von Rosen oder als sanfter Gegenpol zu knallorangefarbenen Fackellilien zeigen sie ihre Stärke. Schon vor der Blüte strahlen die silbergrauen Büsche Ruhe aus. Stecken sie ab Mai ihre zierlichen Rispen oder Ähren auf, entsteht bis in den Juli hinein duftige Leichtigkeit. Denn auf den Blütenständen reihen sich Scheinquirle mit ihren vielen sanft violetten, blauen, seltener weißen oder rosa Lippenblütchen locker aneinander. Rechtzeitig zurückgeschnitten dauert ihr Flor bis in den Herbst. So können sie perfekt mit üppigen Blüten, straffen und hohen Blütenständen, Blattschwertern und Großlaubigen kontrastieren. Ohne Katzenminzen wäre der Glanz der Prächtigen nur halb so schön. Und wer die immer von Bienen umsummten Nepeta erst einmal schätzen gelernt hat, der entdeckt, dass sie auch solo ihren Reiz haben. Denn neben dem Standardsortiment der Bewährten gibt es noch etliche Raritäten."

 

Kann man einer Gartenstaude ein schöneres Loblied singen? Im Rosarium des Westfalenparks hat die Katzenminze als Rosenbegleiterin an vielen Stellen ihren Platz, wobei vorwiegend die graulaubigen Sorten der ´Faassenii-Gruppe´ Verwendung gefunden haben. Sie haben im Rahmen der Staudensichtung höchste Auszeichnungen erfahren. Nepeta x faassenii ist eine Hybride aus den Arten Nepeta racemosa x Nepeta nepetella. Die Katzenminze wurde vom Bund der Staudengärtner 2010 zur Staude des Jahres gekürt. Drei Sorten werden besonders empfohlen:

 

Die Sorte ´Dropmore´ besticht durch ein ins Lila spielendes Blau ihrer Blüten. Hohe Vitalität und Standfestigkeit zeichnet sie aus. Sie wird bis 70 cm hoch und blüht sehr gut nach.

 

Bis knapp 90 cm hoch wird ´Six Hills Giant´. Trotz ihrer Höhe ist sie standfest und vital. Ihre violettblauen Blütenstände wiegen sich besonders schön in leichtem Wind.

 

Die am intensivsten dunkelviolett blühende Variante ist die Sorte ´Walker´s Low´. Sie ist eindeutig die Beste: überaus reich blühend wirkt sie auf Bienen, Hummeln und Schmetterlinge wie ein Magnet. Ihre Blütenstände eignen sich außerdem zum Schnitt für den Vasenschmuck. Sie wird etwa 50 cm hoch und blüht nach rechtzeitigem Rückschnitt bis in den Herbst sehr gut nach.

 

Die graulaubigen Nepeta x faassenii-Hybriden brauchen volle Sonne und warme, durchlässige Böden, vertragen sehr gut Trockenheit und lieben ein eher etwas nährstoffarmes Bodenmilieu. Probleme mit Krankheiten und Schädlingen kennen sie kaum. Bei stauender Nässe kann es jedoch zu Ausfällen kommen.

Neben den bekannten Gartensorten dieser Katzenminzengruppe gibt es weitere kulturwürdige graulaugige Arten wie zum Beispiel Nepeta racemosa ´Superba´ oder die nur 30 cm hohe Nepeta grandiflora ´Blue Danube´, die ihren Gartenwert schon länger unter Beweis gestellt haben.

 

Katzenminzen gehören in die erste Reihe, wenn es um den Hofstaat der Königin der Blumen geht; sie sind nicht nur wegen ihres geringen Pflegeaufwandes jedem Gartenliebhaber zu empfehlen. Im Übrigen soll ihr Duft sehr anziehend auf Florfliegen wirken, womit man sich den blattlausverzehrenden Nützling in den Garten holt, wenn man Katzenminzen anpflanzt.

Text:     Ulrich Perpeet

Bilder:   Ulrich Perpeet (PE) und WMC (Autoren beim Bild)

überarbeitetes Porträt von 10/13

 

Weitere Informationen über Katzenminzen:

 

https://www.gaissmayer.de/sortiment/katzenminze/

Pe, 08/19