Mozart im Höhenflug

Mozart im Park von Landhaus Ettenbühl (PE)

Die oben von mir im Juni 2011 im Park von Landhaus Ettenbühl fotografierte Strauchrose ´Mozart´ soll zwischen 80 cm und 150 cm hoch werden (helpmefindroses; ähnlich Quest-Ritson, Strobel oder Harknes).

 

Dass Rosen sich um Größenangaben von Fachleuten nicht immer kümmern, zeigt beispielhaft diese Moschata-Hybride mehr als deutlich: Sie hat hier sicher eine Höhe von 400 cm erreicht. Maßgebend dafür ist wohl einerseits der Standort, der ihr das Klettern ermöglicht und andererseits auch ihr Erbgut, denn sie stammt nach Christiane Frost in dritter Generation mütterlicherseits von ´Crimson Rambler´ ab - einer Multiflora-Hybride. Eilike Vemmer bezeichnet sie deshalb auch als öfter blühenden Rambler, der sich für eine Pflanzung an ein Klettergerüst sehr gut eignet.

 

Züchter dieser wunderschönen ´Bienenweide-Rose´ ist der bekannte deutsche Rosenzüchter Peter Lambert aus Trier, der sie 1937 in den Handel brachte. Zu gleicher Zeit erschien die Sorte ´Ballerina´ von der Engländerin Anne Bentall im Handel, die wegen ihres ähnlichen Aussehens auch als Zwillingsschwester von Mozart bezeichnet wird, weil sie optisch wie die hellere Variante von `Mozart´ aussieht. Während die Eltern von ´Ballerina´ unbekannt sind ist ´Mozart´ aus der Kreuzung der Moschata-Hybride ´Robin Hood´ (Pemberton, 1927) mit der Tee-Hybride ´Rote Pharisäer´ (Hinner, 1926) hervorgegangen. Nach Christiane Frost hat die Einführung von ´Mozart´ damals der Sorte ´Ballerina´ die Aufmerksamkeit der Rosenwelt gekostet.

 

Mozart blüht sehr reich in großen Blütenbüscheln an bogig herabhängenden Zweigen von Mai / Juni bis zum Frost im Spätherbst. Die Blühfreude lässt sich im Sommer noch dadurch steigern, dass man die abgeblühten Büschel herausschneidet und damit eine frühe Hagebuttenbildung unterbindet. Im Frühherbst sollte man es aber zum schmückenden Hagebuttenansatz kommen lassen, der im Winter dann der Vogelwelt als Nahrung dient.

 

Die Einzelblüte aus meist fünf Kronblättern zeigt ein tiefes Rosa mit weißer Mitte und goldgelben Staubgefäßen. In ihrer Entwicklung von der farbkräftigen Blütenknospe bis zur Reife hellen die Kronblätter allmählich auf. Sie sind lange anhaftend, regen- und hitzebeständig. Außerdem zeichnet ´Mozart´ eine gute Winterhärte, eine gute Schattentoleranz und eine hohe Widerstandskraft gegenüber Pilzbefall der Blätter aus. Ihre Triebe bleiben relativ weich und sind nur wenig bestachelt.

 

Mozart kann durch Schnitt leicht als Strauchrose gehalten werden und eignet sich dann sehr gut für gemischte Rabatten, als Blütenhecke für eine Grundstücksbegrenzung oder zur Kultur in einem Blumenkübel. Abgeschnittene Zweige mit Blütenbüscheln in Blumenvasen sind sehr dekorativ und halten sich außerdem ziemlich lange. Durch ihren Ramblercharakter ist die Rose darüber hinaus zur Berankung von Obelisken oder von Rosenbögen prädestiniert. Sie lässt sich sogar – wie in Ettenbühl – in Bäume leiten.

Mozart ist ganzjährig durch ihre üppige Blütenpracht ein Hingucker, sehr robust, benötigt kaum Pflege und ist selbst Rosenlaien uneingeschränkt zu empfehlen.

 

2019 wurde ein sehr schöner Abkömmling von Mozart in Baden-Baden zur Rose des Jahres gekürt: ´Bee Lovely´, eine Züchtung von Christian Schultheis (2015, Rosenschule Schultheis), zeichnet ein noch kräftigeres Rosarot um ihr weißes Auge aus als Mozart.

Als ausgezeichnete Bienenweide mit reichem Hagebuttenansatz und roter Laubfärbung im Herbst wird sie schnell ihre Liebhaber finden und mit ihrer Stamm-Mutter konkurieren.

 

Über das Leben des Rosenzüchters Peter Lambert:

http://www.rosenfreunde-trier.de/lambert.htm

 

Porträt der Strauchrose Mozart:

https://www.rosenparadies-loccum.de/rosen/unsere-sch%C3%B6nsten-rosen-strauchrosen/strauchrose-mozart/

 

Beschreibung von Mozart:

https://www.baumschule-horstmann.de/shop/exec/product/80/6058/Strauchrose-Mozart.html

 

Text:    Ulrich Perpeet

Bilder:  Ulrich Perpeet (PE),WMC (Autor beim Bild) sowie Christiane Frost (FR) und

            Martina Döpke (DOE) aus deren Websites „Ein Garten in Norddeutschland“  

            und „Rosenparadies Loccum“ jeweils mit freundlicher Genehmigung

 

PE, 05/19