Gaard um Titzebierg

Moschata-Hybride ´Gaard um Titzebierg´ (Ann Velle Boudolf, Rosenschule Lens / Belgien, 2005)

 

Die Moschata-Hybride ´Gaard um Titzebierg´ (Ann Velle Boudolf 2005) ehrt mit ihrem Namen die Such- und Sammlungsarbeit des Ehepaares Block/Vion, die in ihrem englischen Garten ´Gaard um Titzebierg´ in Calmus / Luxemburg versuchen, Rosenzüchtungen (ca. 250) der alten Luxemburger Rosenschule ´Soupert & Notting´ wieder aufleben zu lassen, von denen viele als verschollen gelten. Diese Rosenschule hatte sich Ende des 19. Jahrhunderts zu einem der blühendsten Zweige der Luxemburger Wirtschaft entwickelt. Ihre Rosen standen zu jener Zeit in Parks und Gärten von regierenden Fürsten und namhaften Gutsherren, etwa am Zarenhof in Russland, in den Kaiserpalästen von Brasilien, Argentinien und Siam oder an den Königshöfen von Holland, Belgien, Schweden, Italien und Rumänien. Zu diesen Rosen zählen beispielsweise ´Duc de Constantine´ (1857), ´Robusta´ (1877), ´Bordeaux´ (1908), ´Eugen Fürst´ (1876) oder ´Tour de Malakoff´ (1857).

 

Der Betrieb, der etwa ab 1875 zu den bedeutsamsten auf der Welt gehörte, wurde von den Söhnen des Gründers Jean Soupert kurz vor Beginn des zweiten Weltkriegs aufgegeben. Soupert  & Notting haben in ihrer Zeit durch ihre weltweiten Wirtschaftsbeziehungen den Ruf Luxemburgs als ´Land der Rosen´ aufgebaut.

 

Annette Block, ehemalige Präsidentin der Luxemburger Rosenfreunde (Letzebuerger Rousenfrenn), versucht mit ihren Recherchen das Erbe dieser Rosenschule zu bewahren. Ihr Ehemann Claude Vion, der sie dabei unterstützt hat, ist leider vor einigen Jahren verstorben.

 

Eine Gruppe Dortmunder Rosenfreunde besuchte den Garten von Annette Block im Juni 2014. Sie genossen mit der Hausherrin eine fantastische Führung durch die Gartenanlagen, erlebten ihre Leidenschaft für die Luxemburger Rosen sowie ihre liebenswürdige Gastfreundschaft und haben inzwischen mit Riesenerfolg ihren Geheimtipp zur Kompostierung von Gartenabfällen umgesetzt. Auch der wunderschöne Blick aus dem Garten auf dem Titzebierg in die Weite der Luxemburger Landschaft wird der kleinen Gartenreisegruppe in dauernder Erinnerung bleiben.

 

Die Rose aus dem Haus der belgischen Rosenschule Lens, die auf den Namen dieses Gartens getauft wurde, hat viele typische Eigenschaften der Moschata-Hybriden. Sie hat mittelgrünes, glänzendes Laub, ist kaum anfällig für Pilzkrankheiten, blüht über den ganzen Sommer bis zu Frost. Aus zahlreichen Büscheln mit roten Knospen öffnen rosafarbene Blüten mit lilaroter Schattierung und mittigem weißen Auge. Ihnen entströmt ein zarter multifloratypischer Duft. Im Verblühen fallen die Blumenblätter ab, das heißt, die Rose putzt sich selbst. In der kühleren Jahreszeit zeigen die Einzelblüten eine etwas kräftigere Färbung, dazu reifen die kleinen orangefarbenen Hagebutten als Winterspeise für die Vögel. ´Gaard um Titzebierg´ ist eine ganz unkomplizierte Strauchrose, deren Zweige mit dem Blütenflor leicht überhängen und im Konzert mit Stauden und Gräsern wunderbare Bilder in einen naturhaften Garten zeichnen kann. Als Strauch wird sie nur etwa 125 cm hoch und ist dennoch ein guter Wachser. Als Pflege empfiehlt sich gelegentlich ein bodennahes Herausschneiden von älteren Trieben. Die Rose schiebt dann frische Triebe aus dem Boden nach.

 

Text:     Ulrich Perpeet

Bilder:   Ulrich und Gerlind Perpeet sowie Christiane Frost mit freundlicher Genehmigung

 

Weitere Informationen zu Luxemburger Rosen:

 

Videostreifen von Youtube über den Garten:

https://www.youtube.com/watch?v=jvGKzbFGPY8

 

Luxemburg - Stadt der Rosen:

http://onsstad.vdl.lu/uploads/media/ons_stad_85-2007_10-15.pdf

 

Rosen vom Limpertsberg:

http://onsstad.vdl.lu/uploads/media/ons_stad_18-1985_16-17.pdf

 

 

 

Pe, 01/19