Die Dawson-Rose

´Dawson´ an einer Pergola in den Blütengärten des Deutschen Rosariums in Dortmund

 

Die Dawson-Rose (Rosa dawsoniana, syn. Rosa multiflora roseiflora) gilt als die erste amerikanische Multiflora-Hybride und eine der ersten in der ganzen Welt.

 

Die Dawson-Rose wurde von Jackson Thornton Dawson - dem ersten gärtnerischen Leiter und Pflanzenvermehrer des Arnold Arboretums in Boston – im Jahre 1888 vorgestellt. Sie ging nach mehreren Versuchen aus einer Kreuzung von Rosa multiflora mit der Remontanthybride General Jacqueminot hervor und brachte in Amerika Rambler in Mode.

 

Dem Pflanzenvermehrer J.Th. Dawson eilte der Ruf voraus, dass er selbst aus einem toten Stück Holz Leben erwecken konnte. Seine Aufgaben im Arboretum bestanden zunächst gemäß Zielvorstellung des Gründungsdirektoriums im Sammeln, Sichten und Ausstellen von Bäumen, Sträuchern und Stauden der Region sowie in der Vermittlung des Wissens über diese Pflanzen. Später wurden die Sammlung durch Pflanzen des ostasiatischen Raums von ´Pflanzenjägern´ wie Charles Sprague Sargent ( der erste Direktor des Arboretums ), Charles Henry Wilson, William Purdorn und anderen erweitert. Die Gründung des Arboretums geht auf das Jahr 1872 zurück, als der Kaufmann James Arnold mit seinem Vermögen eine Stiftung zur Förderung von Landwirtschaft und Gartenbau an der Harvard-Universität in Boston ermöglichte.

 

Der Züchter der Rose ´Dawson´ schreibt in der Zeitschrift ´Landleben in Amerika´ zum Thema ´Amerikas Beitrag zur Rosenkultur´am 15. Juni 1911 unter Anderem:

 

„Als ich Anfang der achtziger Jahre begann, Rosen zu hybridisieren, gab es nur wenige Säulenrosen, die das Klima Neuenglands ohne Schutz ertragen würden. Also begann ich mit der weißblühenden Varietät von Multiflora und machte meine erste Kreuzung mit der purpurfarbenen General Jacqueminot, der damals berühmtesten Remontantrose…. Zuerst versagte ich, da die ersten Sämlinge meist wertlos waren. Aber mit einem rosafarbenen Sämling, den ich mit General Jacqueminot gekreuzt habe, hatte ich meinen ersten Erfolg: Die Dawson-Rose erhielt 1894 von der Massachusetts Horticultural Society eine Silbermedaille. Sie hatte große Gruppen von doppelten, leuchtend rosa Blüten, 10 bis 20 an einem Stiel und wächst manchmal 15 Fuß (ca. 4,60 m) hoch.“

 

Im Deutschen Rosarium Dortmund steht die Dawson-Rose an einem Rankgerüst in den Blütengärten und fasziniert die Besucher jedes Mal im Juni mit ihrer Blütenpracht.

An langen Blütenrispen sitzen die kleinen halbgefüllten, rosafarbenen Blüten mit ihren goldgelben Staubblättern so dicht, dass das glänzende Laub fast völlig verdeckt wird. Vormittags und nachmittags entströmt den Blütenclustern ein starker süßlicher Duft. Dawson ist ein kräftiger Wachser, wird bis zu  7 m hoch, ist sehr robust und winterhart. Leider ist dieser schöne, sommerblühende Rambler am Markt nicht mehr zu finden. Der Präsident der American Rose Society J. Horace McFarland (Präsident von 1904 – 1924) lobte den Rambler seinerzeit als ´eine unübertroffene rosarote Delikatesse´!

 

Wer diese Rose für sich wiederentdeckt, müsste versuchen, Augen von den Exemplaren im Deutschen Rosarium Dortmund oder im Europa-Rosarium in Sangerhausen zu erwerben, um sie durch Okulationsveredlung zu vermehren.

Bilder:    Ulrich Perpeet

Text:      Ulrich Perpeet

Quellen: 1. HelpMeFind ´Dawson, Jackson T.´;

              2. Arnoldiana 73/1, Juli 2015, ´Comprehensive List of Named Roses                 Hybridized by Jackson Thornton Dawson´;

3. Zeitschrift  Landleben in Amerika 20 (4): 22-23, 66 vom 15. Juni 1911,

Artikel: ´Amerikas Beitrag zur Rosenkultur von Jackson Dawson´.

 

Pe, 06/18