Das unsterbliche Silberweiß der Perlkörbchen

Perlkörbchen und Katzenminze als Rosenbegleiter im Kaiserhain des Deutschen Rosariums

 

Vom Sommer bis zum Spätherbst durchleuchtet das Silberweiß der Perlkörbchen die Rosenbeete des Kaiserhains im Westfalenpark. Neben dem Wollziest, der Eberraute und dem Heiligenkraut bringt es mit seinem Laub, das unterseits weißwollig behaart und oberseits mit feinsten Wachsplättchen bedeckt ist, das vornehme Silbergrau ins Beet. Das silbrige Blattwerk weist darauf hin, dass sich die Pflanzen an sonnigen Standorten besonders wohl fühlen und Trockenheit sehr gut vertragen. Mit den feinen Härchen und den Wachsplättchen schützen sie sich vor Überhitzung, weil dadurch viel Sonnenlicht reflektiert wird. Als Korbblütler (Familie Asteraceae) und nahe Verwandte von Strohblume und Katzenpfötchen verlängern die trockenhäutigen Hüllblättchen ihrer Blütenköpfchen den Effekt des Blühens weit über ihren eigentlichen Blühzeitraum hinaus. Das bringt auch die umgangssprachliche Bezeichnung ´Silberimmortelle´ zu Ausdruck, weil die Blüten dadurch ´unsterblich´ erscheinen.

 

Die Art Anaphalis triplinervis (Dreinerviges Perlkörbchen) hat ihren Naturstandort insbesondere in grasigen Steppen, steinigen Berghängen und Waldränder im Himalaya auf durchlässigen und eher trockenen Böden.

 

Die etwas höhere Art Anaphalis margaritacea (Silber-Immortelle, Großblumiges Perlkörbchen) hat ähnliche Bodenansprüche und kommt in unterschiedlichen Varianten von Kanada über Alaska bis nach Nordsibirien, Japan und in Teilen des Himalaya vor. Von dieser Art hat nur die etwas niedriger wachsende Variante ´A. m. var.yedoensis´ Eingang in unsere Gärten gefunden.

 

Besonderen Zierwert hat vor allem Anaphalis triplinervis, das mit den Sorten ´Sommerschnee´(h = 25 cm, VII – VIII) und ´Silberregen´(h = 40 cm, VIII – X ) im Handel ist. Von dem großblumigen Perlkörbchen Anaphalis margaritacea ist fast ausschließlich die Varietät ´yedoensis´ mit der Sorte ´Neuschnee´ (h = 40 cm, VII – XI ) in Kultur. Sie ist noch reichblütiger und hat geringfügig größere Blüten als die

Triplinervis-Sorten.

 

Perlkörbchen lieben einen sonnigen und trockenen Standort. In der Sonne kommt ihr Silberweiß besonders zur Geltung. Im gemischten Staudenbeet kann das Silberweiß zwischen weniger harmonierenden Farben vermitteln, schafft optische Tiefe und lässt

die Blütenfarben von Stauden und Rosen regelrecht leuchten. Speziell im Herbst verlängern Perlkörbchen zum Beispiel im Zusammenwirken mit rotlaubigen Purpurglöckchen, blaublühenden Kissenastern, Schönastern, bienenumschwärmten Bergminzen und bronzefarbenen Seggen in Verbindung mit beginnender Herbstfärbung der Kartoffelrosen das Farbspiel in Rosenbeeten.

 

Da Perlkörbchen recht robust, anspruchslos und darüber hinaus weitgehend resistent gegen Schädlinge und Krankheiten sind und dazu von Schnecken gemieden werden, sind sie im Konzert der Stauden eigentlich in jedem Garten unverzichtbar.

 

In der Einwachsphase sollten Perlkörbchen bei längerer Trockenheit hin und wieder

gewässert werden, weil sie sonst zu schlappen beginnen. Ansonsten lieben sie es trocken, luftig und sonnenwarm, Staunässe hingegen führt zu Wurzelfäulnis. Im zeitigen Frühjahr werden sie zurückgeschnitten und sind für eine leichte Kompostgabe dankbar, weitere Düngergaben sollten unterbleiben. Über seitliche Ausläufer lassen sie sich leicht selbst vermehren. Der Profi verwendet dazu im Frühjahr frische Triebstecklinge und bringt diese in gespannter Luft zum Wurzeln. Wer den Perlkörbchen bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat, sollte einmal einen Versuch im eigenen Garten machen: er wird ihren weißen ´Flockenteppich´ nicht mehr missen wollen!

 

Text: Ulrich Perpeet

Bilder: Ulrich Perpeet (Pe), Hortipedia (Hor)

 

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Pe, 10/17