Die ´Köstliche´ von Pemberton

Moschata-Hybride Felicia vor einer Backsteinmauer

 

1926, im Jahr seines Todes, brachte Reverend Joseph Hardwick Pemberton eine seiner schönsten Züchtungen – die Moschata-Hybride Felicia – heraus. Der britische Rosenfachmann Charles Quest-Ritson schreibt dazu in dem Standardwerk ´Rosen – Die große Enzyklopädie´ der Royal Horticultural Society: „Viele Gärtner halten Felicia für die beste von Pembertons Moschata-Hybriden: Sie hat die schönsten Farben, die größten Blüten und die längste Blühperiode“. Mit dieser Charakterisierung wäre eine Namensableitung aus dem Lateinischen ´Rosa felicia = Köstliche Rose´ immerhin möglich. Was sich Pemberton bei der Namensgebung gedacht hat ist möglicherweise nicht überliefert. Jedenfalls ist Felicia eine wunderschöne Rose aus der ´Hybrid-Musk-Serie´, die 1928 von Pemberton´s Obergärtner John A. Bentall und Florence Pemberton in den Handel gebracht wurde.

 

Felicia ging aus der Kreuzung der Multiflora-Hybride ´Trier´ (Lambert 1904) mit der Teehybride ´Ophelia´ (Paul 1917) hervor. Ihre locker gefüllten Blüten haben rosafarbene Kronblätter und einen cremefarbenen Mittelfleck, der die Blütenbasis bei Sonnenschein goldfarben durchstrahlt. Das lässt die Blüten warm und sanft erscheinen. Die sich gerade öffnenden Blütenknospen zeigen ein kräftiges Lachsrosa. Im fortgeschrittenen Blühstadium hellen die Kronblätter vom Rand her weiß auf. Die Blüten haben bis zu 16 Kronblätter (Petalen) und erscheinen in Büscheln zu 5 bis 15 Einzelblüten beim ersten Flor und steigern sich zum Herbst hin bis zu 50 Einzelblüten an den Spitzen der Neutriebe. Typisch für die Moschatas bildet Felicia immer neue bodennahe Triebe aus und blüht daher auch bis zum Boden. Die Blüten zeichnen sich auch durch gute Hitzeverträglichkeit, Winterhärte sowie Regenfestigkeit aus und vor allem: Ihnen entströmt ein intensiver, süßer Duft.

 

Das Laub von Felicia ist dunkelgrün, robust und nicht anfällig gegenüber Pilzerkrankungen. Als Strauch erreicht sie Höhen um 150 cm bei entsprechendem Schnitt, sie kann aber auch als kleine Kletterrose mit Höhen bis 275 cm gezogen werden. Ihre rötlichen Triebe sind fast stachellos, nur einige größere rötliche Stacheln sind in weitem Abstand an den Trieben zu finden.

 

In seinem Buch über ´Alte Rosen´ sagt John Scarman über Felicia sinngemäß:

´Im Beethintergrund oder überall dort, wo ein prägnanter aber unaufdringlicher Blickpunkt gewünscht ist, kommt man um Felicia nicht herum´. Felicia gehört auch heute noch zum Standardsortiment vieler großer Rosenschulen. David Austin lobt sie folgendermaßen: „ Eine Strauchrose erster Güte, die in großen Beeten zur Schau gestellt werden sollte. Auch als Hecke hervorragend.“

 

Text: Ulrich Perpeet

Bilder: Christiane Frost, Ulrich und Gerlind Perpeet

Pe, 10/17