Manita - eine Kletterrose für den naturhaften Garten

Kletterrose Manita im Rosengarten Zweibrücken

 

Die rosafarbene Manita aus dem Hause W. Kordes´ Söhne kam 1996 in den Handel und erhielt im darauffolgenden Jahr das ADR-Prädikat. Ihre besonderen Stärken liegen einerseits in ihrem Wildrosencharakter bei gleichzeitiger Dauerblütigkeit von Juni bis September und andererseits in ihrer hohen Blattgesundheit. Mehltau und Sternrußtau kennt sie praktisch nicht. Sie besticht weniger durch ihre etwas flattrigen und gerüschten Kronblätter der Einzelblüte als vielmehr durch ihre große Blütenzahl und der daraus resultierenden sehr guten Fernwirkung. Morgens und abends entströmt ihnen ein leichter Duft nach Wildrosen.

 

Die Kreuzungseltern von Manita sind nicht veröffentlicht. Zur Namensherkunft lässt sich feststellen, dass er als weiblicher Vorname äußerst selten ist und in der Rangfolge der häufigsten Mädchennamen in Deutschland auf Platz 22.792 liegt. Das verwundert nicht, da der Name dem Hindi-Sprachraum entstammt. Im Bezug auf die Wortbedeutung erbringt die Recherche im Netz nichts Greifbares. Sieht man diese schöne Rose in ihrer Juniblüte, dann könnte eine Namensableitung von „Manitou“  (die ´allumfassende Kraft´ des Gottes der Indianer) wohl gefallen: Sie wäre dann ´die Göttliche´.

 

Ihre bis zu 9 cm großen Einzelblüten sind halbgefüllt, zeigen ein zartes bis kräftiges Rosa mit hellem Augengrund, in dem ein Kranz aus matt goldgelben Staubblättern steht. Die Blüten erscheinen zu 5 bis 9 in Blütenbüscheln, bei denen die Kronblätter sich meist überlappen und so geschlossene Blütenhaufen ergeben. Daraus ergibt sich ihre enorme Fernwirkung. Die Blüten sind regenfest und hitzebeständig. Sie ziehen pollensammelnde Insekten wie Bienen, Hummeln und Blütenkäfer an.

 

Das Laub von Manita ist mittel- bis dunkelgrün und stark glänzend. Um nach dem ersten Flor im Juni ein schnelleres Nachblühen zu erreichen, empfiehlt es sich, die abgeblühten Büschel zurückzuschneiden, damit nicht eine zu frühe Hagebuttenbildung einsetzt und um ein schnelleres Durchtreiben zu induzieren. Ihre Hagebutten verfärben sich bei Reife komplett schwarz und sind daher optisch wenig attraktiv. Alle 2 bis 3 Jahre sollte bei Manita altes, abgestorbenes Holz entfernt werden.

 

Manita ist eine eher etwas starrtriebige Kletterrose (=Climber), die zwischen 250 und 300 cm hoch wird. Sie benötigt ein Rankgerüst oder einen Obelisken als Kletterhife. Aufgrund ihrer Robustheit, ihrer mittleren Wuchskraft, ihre guten Winterhärte und ihrer ökologisch wertvollen Blüheigenschaften ist sie als Ankerpunkt für kleine Hausgärten mit naturhaften Charakter besonders geeignet. Aber auch als Blickpunk für kleine Parkanlagen oder im Mixed Border macht Manita eine gute Figur.

 

Obwohl Manita ihr ADR-Prädikat noch besitzt, ist sie im aktuellen Katalog von Kordes nicht mehr zu finden. Das liegt möglicherweise daran, dass sie nur eine geringe Verbreitung gefunden hat. Mit ihr würde jeder Gartenfreund einen echten Gartenschatz von Seltenheitswert erwerben. Beziehen lässt sich dieser Schatz beispielsweise noch über die Baumschulen Bruns und Horstmann.

Text:            Ulrich Perpeet

 

Quellen:       Helpmefindroses; The Royal Horticultural Society, ´Rosen – Die große

Enzyklopädie´, Charles und Brigid Quest-Ritson, Dorling Kindersley Verlag GmbH, München 2010

 

Bilder:          Ulrich Perpeet (Rosengarten Zweibrücken, Deutsches Rosarium Dortmund)

 

Pe, 08/18