"Königin von Dänemark" - eine Alba-Rose

Königin von Dänemark nach Juniregen (Bu)

Robust, pflegeleicht, reichblühend und stark duftend: Das sind Kennzeichen der Rose „Königin von Dänemark“.  Im Jahre 1816 erblühte sie zum ersten Mal in der „Flottbeker Baumschule“ des Schotten James Booth (1772-1814) als Sämling von „Maidens´s Blush“.

 

Huldigung an die dänische Königin

Booth nannte sie zuerst „New Maiden´s Blush“. Erst ab 1826 kam sie unter dem Namen „Königin von Dänemark“ in der von den drei Söhnen Booths geführten Baumschule in den Handel. Damals gehörte das bei Hamburg liegende Flottbek zu Dänemark. So ist es zu erklären, dass die dänische Königin Namensgeberin wurde. Damals galt die Huldigung der in Hanau geboren Marie Sophie Friederike von Hessen-Kassel (1767-1852), die seit 1808 dänische Königin war.

 

Der Name der Rose lautet in Dänisch „Dronningen af Danmark“ und in Englisch „Queen of Denmark“. Daneben verbirgt sich hinter den Namen „Belle Courtisane“ und „Naissance de Venus“ dieselbe Rose.

 

Intensiver Duft

Die Rose „Königin von Dänemark “ ist vermutlich die einzige deutsche Alba-Züchtung, die noch im Handel ist. Die etwa 5 x 3 cm großen matt graugrünen Blätter mit ihrer hellgrünen Unterseite sind zwar typisch für Alba-Rosen, doch die stark gefüllten Blüten deuten darauf hin, dass eine Damaszener-Rose Kreuzungspartner gewesen sein könnte.

 

Die einmal im Jahr von Ende Mai bis etwa Mitte Juli blühende Rose bildet einen bis zu zwei Meter hohen Strauch mit stark bestachelten aufrecht wachsenden Trieben, an deren Spitzen sich ab Ende Mai Büschel von drei bis neun karminroten Blütenknospen ausbilden, die von fiedrigen Kelchblättern (Sepalen) umgeben sind. Die bis zu 8 cm im Durchmesser großen flachen Blüten sind zuerst in der Mitte dunkelrosa und zum Rande hin porzellanrosa. Im Verblühen hellen sie deutlich auf. Je Blüte werden 50 bis 60 kurze Blumenblätter (Petalen) gezählt, die sich am Rande nach außen biegen und einen intensiven Duft verströmen.

 

Nach starkem Regen werden die Blüten durch das aufgenommene Wasser schwer, wodurch die Zweige weit vornüber hängen können. Je nach Standort ist dann das Hochbinden der Zweige zu empfehlen. Die deutlich geviertelten Blüten behalten jedoch ihre Schönheit.

 

Randnotiz: Ein Rechtsstreit

Etwas Ärger gab es bei der Markteinführung, weil der damalige Direktor des Botanischen Gartens Hamburg, Professor Lehmann, behauptete, die Rose „Königin von Dänemark“ sei eine bereits in Frankreich vorhandene Rose, die nur umgetauft worden sei. Daraus entstand ein erbitterter Rechtsstreit, den jedoch Booths Söhne gewannen. In einer 1834 in Paris erschienenen Broschüre hat George Booth die Geschichte ausführlich geschildert: „Sieg der Rose ´Königin von Dänemark´ durch Enthüllung der Anschläge des Professors J. G. C. Lehmann“. Die Bayerische Staatsbibliothek stellt den Inhalt des Buchs online digitalisiert zur Verfügung.

 

Text:        Heinz Helmut Bussemas

 

Bilder:     Heinz Helmut Bussemas (Bu); Christiane Frost (Fr) sowie Dr. Christian             Schade (Sc) mit freundlicher Genehmigung

 

Literatur:   Jacob, Anny, Hedi und Wernt Grimm und Bruno Müller: Alte Rosen und Wildrosen. Stuttgart 1990;

Mader, Annette: Lexikon der Rosen. Köln o.J.;

Raufuß, Roswitha: Die Rose ist nicht namenlos. Norderstedt 2008;

Booth, George: Sieg der Rose „Königin von Dänemark“ durch Enthüllung der Anschläge des Professors J. G. C. Lehmann. Paris 1834

http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10301149_00005.html

 

Internet:    Ein Garten in Norddeutschland.

www.frost-burgwedel.de/index.php?seite=rose&id=121

 

Stauden und Rosen

http://www.stauden-und-rosen.de/

 

 

 

Heinz-Helmut Bussemas,  8/14