Eine Wildrose mit hohem Zierwert

Rosa glauca (syn.: R. rubrifolia); Hechtrose, Rotblättrige Rose, Bereifte Rose

Die Wildrose ´.Rosa glauca´ wird auch Bereifte Rose, Rotblättrige Rose oder Hechtrose genannt. Im Deutschen Namen spiegeln sich Eigenschaften der Rose wider, wobei mit ´Hecht-´ auf die graublaue

Farbe des Hecht-Fisches abgehoben ist. Die lateinische Artbezeichnung ´glauca´bedeutet soviel wie blau.

 

Die Hechtrose ist von Natur aus in den Gebirgen Zentral- und Südeuropas beheimatet und kommt dort sowohl an sonnenexponierten, trockenen Kalkfelshängen als auch in Gebüschen an Waldrändern mit felsigem Untergrund vor. Ihre kennzeichnende bläuliche Bereifung der Triebe und Blätter dient ihr als Schutz vor Austrocknung durch Wind und pralle Sonne.

 

Wegen ihres eleganten Wuchses, ihrer blauroten Blattfärbung, ihrer braunrot bereiften Triebe sowie wegen des besonderen Farbspiels ihrer Hagebutten strahlen sie eine einmalige Attraktivität aus. Es ist daher kein Wunder, dass diese Wildrose schon lange ihren Eingang in unsere Gärten und Parks gefunden hat. Selbst in der Landschaftsgestaltung wird diese Rose in der Böschungsbegrünung oder als Beimischung in Feldgehölzhecken eingesetzt. Inzwischen wilderte sie aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit und ihrer großen Winterhärte auch dort aus und ist bereits in der freien Landschaft wie etwa in England, Schweden oder Osteuropa zu finden.

 

Im Juni / Juli erscheinen bei der Hechtrose die bis 3 cm großen Blüten entweder einzeln oder in ganzen Büscheln und leuchten in kräftigem Purpur bis Rosa mit weißer Mitte. Zwischen den eher etwas schmalen Kronblättern zeigen sich langgezogene, ganzrandige , pfriemförmige Kelchblätter, die den Blüten einen einmaligen Charakter verleihen. Vor dem Erblühen stehen diese wie Malerpinsel über den Blütenknospen. Ein mehrfacher Kranz von gelb bis hellorange gefärbten Staubgefäßen steht in der offenen Blüte um ein weißwolliges halbkugeliges Köpfchen aus dichtgedrängten, grünlich gefärbten Narben. Obschon die Einzelblüte klein ist und daher eine geringere Fernwirkung hat, ist sie - aus der Nähe betrachtet - äußerst dekorativ.

 

Die sich nach dem Abblühen entwickelnden Hagebutten mit ihrer fast lilabraunen Färbung, ihren seesternähnlich abgespreizten Kelchblättern und dem eingetrockneten Knäuel von braunen Staubgefäßen sind von einmaliger Schönheit und müssen jeden Rosenfreund begeistern. Ab September erfolgt ein allmählicher Farbumschlag in Orangerot bis Scharlachrot und die Kelchblätter fallen ab. Die Hagebutten sind dann etwa 1,5 cm lang und haben eine kugelige bis eiförmige Gestalt.

 

Die Triebe der Hechtrose sind an der Basis deutlich bewehrt, während die jungen Blütentriebe nur eine sehr geringe Bestachelung aufweisen. Hechtrosen treiben keine Ausläufer, werden etwa 2,5 m hoch, wobei ihre Triebe leicht überhängen. Als Wildrosen sind sie sehr pflegeleicht, lassen sich gut begrenzen und stellen das ganze Jahr über mit ihren unterschiedlichen Vegetationsaspekten einen Blickpunkt im Garten dar. Ökologisch gesehen ist diese Wildrose von besonderem Wert, weil sie Wildbienen, vielen Vogel- und Insektenarten als Nahrungsquelle dient und vielen Tierarten geschützte Nistplätze anbietet.

 

Einen Versuch, sie im eigenen Garten zu integrieren, wird ein Rosenfreund kaum bereuen. Die nachfolgende Bildserie gibt einen Eindruck vom Charakter dieser Wildrose.


               

 


Informationen über "Rosa glauca" finden Rosenfreunde auch in folgenden Quellen:

 

"Europäische Wildrosen III", Eilike Vemmer, Rosenbogen IV / 2013, S. 24;

"Rosenrot und Hagebutten", Angelika Lüttig, S. 102 - 103, Kasten Verlag

 

sowie unter nachfolgenden Links:

 

http://www.astrantias.com/wildrosen/rosa-glauca-bereifte-rose/

http://www.youtube.com/watch?v=vkhVT-8oPX4


Pe, 02/14