Die Blauraute - ein silbriger, duftender Spätsommerblüher

Perovskia und Echinacea im Palmengarten Frankfurt

Die Blauraute oder Perowskie, die auch als Silberstrauch bezeichnet wird, ist mit ihrem filigranen, silbergrauen Laub und den auffallenden, lockeren, mittelblauen Blütenrispen ein Gartenhighlight in den Monaten Juli bis September. Gerade wenn schon vieles andere verblüht ist, hat die ungewöhnliche Pflanze ihren perfekten Auftritt. Malerisch verwischt der Silberstrauch durch den lässigen Schwung seiner etwas sparrigen, locker gespreizten Äste steife Linien und Grenzen in Beeten. Sowohl in kleinen Gruppen als auch in Driftpflanzungen zaubern sie im Hoch- und Spätsommer ein mediterranes Flair in unsere Gärten. Als ausgesprochener Teamplayer harmoniert sie mit vielen Duftkräutern wie Lavendel, Katzenminze, Salbei oder Heiligenkraut aber auch mit öfter blühenden Beetrosen. Der würzige Duft ihrer Blätter und die Form ihrer kleinen Einzelblütchen erinnern an Salbei.

 

Die Perowskie ist ein Halbstrauch, das heißt, nur der untere Grundstock verholzt während die diesjährigen Triebe im Winter in der Regel zurückfrieren. Im Frühjahr schneidet man daher den Halbstrauch bis zum Boden zurück. Die in Gärten und Parkanlagen am meisten verwendete Art ist ´Perovskia atriplicifolia´(= meldeblättrige Perowskie) und deren Sorten wie etwa ´Blue Spire´ (100 – 150 cm), ´Little Spire` (70 – 80 cm), ´Filigran´ (80 – 120 cm) oder ´Lacey Blue´ (50 – 60 cm). Die Art selbst ist in Westasien beheimatet und von Afghanistan bis China verbreitet.

In England wird die Perowskie ´Russian Sage´ genannt, wobei die Bezeichnung ´Russian´ keinen Bezug zu ihrem natürlichen Vorkommen hat, sondern an den russischen General und Gouverneur der Provinz Orenburg Lew A. Perowski erinnern soll, dessen Name für die botanische Gattungsbezeichnung ausgewählt wurde.

 

Perowskien sind zwar bodentolerant, bevorzugen aber einen durchlässigen, nährstoffarmen und kalkhaltigen Boden. Insbesondere lieben sie Sonne und Trockenheit. Winternässe vertragen sie dagegen gar nicht, deshalb sollte ein schwerer Boden mit Grobsand, Kies oder Lavagranulat verbessert werden. Eine lockere Mulchschicht schützt die Wurzeln vor stärkerem Winterfrost.

 

Wer sich entschieden hat, ein Sonnenbeet um den blauen Perowskienschleier zu bereichern, sollte allerdings bedenken, dass in unmittelbarer Nähe keine Pflanzen aus der Gruppe der Starkzehrer stehen, sonst kommt es schnell zu mastigem Wuchs mit weichem Gewebe, wodurch sich die Triebe zu Boden legen und Totalausfälle durch den Winterfrost vorprogrammiert werden.

Pe, 08/15