Hohe Glockenblumen I

Campanula persicifolia ssp. sessiliflora im Garten G. Folschette / Luxemburg

„Bienen würden Glockenblumen kaufen“

 

schreibt die Biologin Elke Schwarzer auf der Webseite guenstiggaertnern und fährt fort: "Zu einer zünftigen Gartensafari braucht man vor allem eines: Geduld und Glockenblumen. Keine Pflanze bringt so viel Glanz und Gloria und illustre Gäste in den Garten wie Campanula. Sie ist so etwas wie die Serengeti unter den Stauden – in naturnahen Gärten wird man ohne große Mühe an keiner anderen Pflanze so viele verschiedene Wildbienen zu sehen bekommen wie an ihr. Sie alle erscheinen zur Glockenblumengala, die pünktlich im Juni feierlich eröffnet wird: Hummeln, Blattschneiderbienen…, Zweifarbige Sandbienen…, winzige Maskenbienen und nicht zuletzt eine ganz besondere Spezialistin: DieGlockenblumen-Scherenbiene… .“

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Hohe Glockenblumen sind ausgesprochen effektvolle Rosenbegleiter, setzen wirkungsvolle Akzente in Staudenbeeten und gelten als pflegeleicht, wenn sie den ihnen entsprechenden Standort bekommen.

 

Pfirsichblättrige Glockenblume

 

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Campanula persicifolia erstreckt sich über ganz Europa bis nach Sibirien. Man trifft sie in lichten Wäldern, auf Wiesen- und Felshängen und an Wegrändern sowohl einzeln als auch in größeren Beständen an. Ihre Blüten sind breitglockig, gestielt, sitzen zu drei bis acht Einzelblüten an einem meist unverzweigten Spross und bilden so eine Blütentraube. Für die pfirsichblättrige Glockenblume sind die sehr schmalen Blätter typisch, die bodennah meist dichte Nester bilden während am blühenden Spross die Blättchen stark reduziert sind. Sie wird  etwa 100 cm hoch und blüht in den Monaten Juni / Juli.

 

Campanula persicifolia liebt einen warmen, lehmigen Boden und entwickelt sich sowohl an sonnigen als auch an halbschattigen Standorten gut, verträgt problemlos Trockenphasen, mag aber keinesfalls Staunässe.

 

Besonders gartenwürdig sind die einfachen Sorten ´Grandiflora Alba´ (weiß) und

´Grandiflora Coerulea´ (leuchtend blau). Auch neuere Züchtungen wie ´Porzellan´ (porzellanblau), ´Highcliffe´ (violettblau) oder ´Telham Beauty´ (große blaue Blüten)

sind im Handel. Die gefüllten Züchtungen wie ´Blaukehlchen´ (blau) und ´Moerheimii´ (weiß) verwässern meines Erachtens den Charakter von Glockenblumen und sind eher als Einzelpflanzen im Topf für die Fensterbank geeignet.

 

Ausgesprochen empfehlenswert ist die Unterart Campanula persicifolia ssp. sessiliflora  (synonym: C. latiloba), die ebenfalls 80 bis 100 cm hoch wird. Sie hat stabile aufrechte Sprosse, auf dem die hellblauen oder weißen Blüten ohne Stielchen direkt am Spross sitzen. Dadurch erscheinen die Blütentriebe besonders dicht besetzt. Bestände im Halbschatten oder Kronenschatten von lichten Bäumen oder höheren Gehölzen wirken einfach beeindruckend (Vgl. Titelbild!).

 

Doldenglockenblume

 

Informationen über Campanula lactiflora finden Sie im Archiv dieser Homepage im Untermenü ´Porträts 2013´!

 

Waldglockenblume

 

Die breitblättrige Glockenblume, auch Waldglockenblume genannt, hat den botanischen Namen Campanula latifolia. Sie kommt natürlich in ganz Eurasien, im Kaukasus und im Himalaya vor und ist in lückigen Krautmischwäldern und Hochstaudenfluren, an Bachläufen und sickerfeuchten Hängen bis in einer Höhe von 1500 m anzutreffen.

 

Ihre großen, bis 6 cm langen langzipfeligen Blütenglocken sind fein behaart, sitzen einzeln oder zu dritt am Spross und werden besonders gern von vielen Bienenarten aufgesucht. Je nach Sorte blühen sie blau, tiefviolett oder weiß und schmücken von Juni bis August insbesondere die Halbschattenpartien in einem Garten. In ihrer Blütezeit harmonisieren sie perfekt mit denen der Rosen, so dass sich im Juni wunderschöne Gartenbilder ergeben.

 

Waldglockenblumen bilden eine rhizomartige kräftige Hauptwurzel aus, von denen spindelförmig verdickte Nebenwurzeln ausgehen. Ihre lanzettlichen, doppeltgesägten Laubblätter sind beidseits weich behaart und sitzen stiellos am Spross, der zwischen 80 bis 120 cm hoch wird. Feuchte, lehmige, nährstoffreiche und halbschattige Standorte sagen der Waldglockenblume am meisten zu. In trockenen Sommern neigen sie dazu, bereits nach der Blüte einzuziehen, treiben aber im Frühjahr problemlos wieder aus – dank ihrer rübenartig verdickten Wurzeln. Sie säen sich munter aus und erfreuen sich deswegen in naturhaften Gärten großer Beliebtheit.

Um sie in ihrem Ausbreitungsdrang zu begrenzen, kann man sie nach der Blüte vor der Samenreife zurückschneiden.

 

In Staudenfachbetrieben werden folgende Sorten besonders empfohlen:

Campanula latifolia ssp. macrantha (blau, 100 cm),

Campanula latifolia ssp. Macrantha ´Alba´ (weiß, 100 cm),

Campanula latifolia ´Brantwood´ (tief violett, 100 cm)

Pe, 02/15