Dortmund - eine Rose mit überzeugenden Eigenschaften

 

Kletterrosen Dortmund (links) und Manita (rechts) im ADR-Rosengarten des Rosariums Dortmund (Pe)

´Dortmund´ ist eine ungefüllte, öfterblühende Kletterrose aus dem Hause Kordes, die je nach Standort 2,5 bis 3,5 m hoch wird und durch ihre Blühfreude und beste Blattgesundheit zu jenen Kletterrosen gehört, die auch jedem Anfänger empfohlen werden können.

 

Die bis zu 10 cm großen Einzelblüten mit leicht gewellten Blütenblättern leuchten blutrot mit interessant kontrastierender weißer Mitte, in der die blütenbesuchenden Insekten besonders gut zu beobachten sind. Durch den oft dichten Stand der Einzelblüten bildet ´Dortmund´ große Blütenkissen, die schon von Weitem ins Auge fallen. Vor dem tiefgrünen, glänzenden und leicht gewellten Laub, das sich durch hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Sternrußtau und Mehltau auszeichnet, kommt die Blütenpracht besonders gut zur Geltung.

 

Blattfleckenkrankheiten sind dieser Rose fremd. Nach Untersuchungen der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Fachbereich Gartenbau, in der Zeit von 2004 bis 2007 kam im Klimaraum Dresden ein Befall mit Sternrußtau erst Ende September vor, der wegen des bevorstehenden herbstlichen Blattfalls eher vernachlässigbar ist.

 

Die Hauptblütezeit dieser Kletterrose liegt im Juni. Während die Vollblüte sich etwa zwei Wochen hält und dann bis Mitte August langsam nachlässt, erfolgt Anfang September ein etwas schwächerer zweiter Flor, der bis zum Frost andauert. ´Dortmund´ betreibt eine sehr gute Selbstreinigung, so dass keine Blütenmumien auftreten. Wer dennoch das Abgeblühte abschneiden möchte, stimuliert zwar einen schnelleren Durchtrieb mit neuen Blütenansätzen, begrenzt aber den Hagebuttenansatz, der ebenfalls eine Zierwirkung besitzt.

 

´Dortmund´ ist eine sogenannte Kordesii-Hybride, die aus der Kreuzung eines Sämlings mit Rosa x kordesii entstand. Kordesii-Hybriden zeichnen sich durch besondere Frosthärte aus. Der Elter Rosa x kordesii entstammt einer Selbstung der Rosa rugosa ´Max Graf´ aus der Züchtungsarbeit von Wilhelm Kordes II (1918 – 1955). Er wurde Basis vieler neuer Rosensorten, den sogenannten „Climbern“ wie etwa Ilse Krohn Superior, Leverkusen oder Sympathie. Climber haben besonders starreTriebe und einen starken Wuchs. Die Bezeichnung ´kordesii´ geht auf eine Verwechslung mit ´Kordes II´ zurück.

 

´Dortmund´ erhielt 1954 das ADR-Prädikat, kam 1955 in den Handel, wurde in den 60iger Jahren immer populärer und gewann 1971 die Portland Goldmedaille. Sie

ist eine Klassikerin in Blutrot und Grün, verträgt den Halbschatten, toleriert Hitze und auch ärmere Böden und ist sehr regenfest.

 

Die Kletterrosensichtung der Sächsischen Landesanstalt in Dresden-Pillnitz in den Jahren 2004 bis 2007 brachte für `Dortmund´ in Bezug auf die Winterhärte folgende Ergebnisse:

2004/2005 ohne Schaden, 2005/2006 Großteil der Triebe stark geschädigt, Austrieb aus der Basis, 2006/2007 einzelne Kurz- und Langtriebe geschädigt. Ursache für die starken Schäden waren rapide Temperaturstürze zwischen -12 und -15°C im Wechsel mit Warmphasen im Frühjahr des betreffenden Jahres. An exponierten Stellen sollte also für solche Fälle an den Winterschutz gedacht werden.

 

Leider hat ´Dortmund´ keinen Duft, aber die übrigen Eigenschaften sind überzeugend. Mit ihren schönen Blüten erfreut sie jeden Rosenliebhaber und sollte viel öfter gepflanzt werden.

 

Quellen:

Dietrich Woesner, Das praktische Rosenbuch 1978 / 1996
Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, Schriftenreihe, Heft 8/2008
Helpmefindroses, Kletterrose Dortmund; Rosa x kordesii Wulff

 

Text:   

Anita Bartel/Ulrich Perpeet

 

Bilder: 

aus dem Garten Bartel (Ba), Perpeet (Pe); übrige Bilder (jeweilige Autorenbezeichnung)

Ba/Pe,  04/15