Steppenkerzen - Blütentürme im Gartenbeet

Eremurus stenophyllus ssp. stenophyllus bringt in Farbe und Textur einen wunderschönen Kontrast zum Aprikosenton der Strauchrosenblüte

Steppenkerzen

 

Steppenkerzen sind attraktive Stauden mit langen, traubigen Blütenkerzen in den Farben weiß, rosa, schwefelgelb oder orange je nach Art oder Sorte. Zusammen mit sonnenliebenden Gräsern, Rosen und anderen Blütenstauden lassen sich mit ihnen stimmungsvolle Gartenbilder gestalten. Besonders prachtvoll wirken die hoch aufragenden Blütenkerzen vor einem dunklen Hintergrund.

Die Steppenkerze, auch Lilienschweif, Wüstenschweif oder Kleopatranadel genannt, hat den botanischen Gattungsnamen Eremurus.

 

Herkunft

Beheimatet sind die Steppenkerzen hauptsächlich in den kalten Hochebenen des westlichen und zentralen Asien. Darüber hinaus reicht das Verbreitungsgebiet noch östlich bis China und westlich bis zur Ukraine und in die Türkei. Dort sind sie insbesondere in sonnigem, trockenen und offenen Gelände sowie in Grassteppen zu finden. Im Pamirgebirge zeigen sich die Pflanzen auch in Rosengebüschen auf durchlässigen, steinigen und feinerdereichen Hängen in Höhenlagen von 1600 bis

3100 m.

 

Wuchscharakter

Die Pflanzen haben dickfleischige Wurzeln, die sich seesternartig im Boden ausbreiten. Die schmalen, lanzettlichen Laubblätter sind grundständig und stehen in Büscheln zusammen oder formen Rosetten. Zur Blütezeit im Mai bis Juli begeistern uns die imposanten Steppenkerzen mit ihren schlanken Blütentürmen und bilden dann einen Höhepunkt in jedem Garten. Ihre Blütentrauben öffnen sich am Blütenschaft von unten nach oben. Nach dem Abblühen entwickeln sich zunächst grüne, dreiteilige Kapselfrüchte, die bei ihrer Reife dreieckige, schwarze Samen freisetzen. Auch nach der Blüte haben die Schäfte mit den perlschnurartig angeordneten braunen Fruchtkapseln eine dekorative Zierwirkung. Die Schäfte werden je nach Art und Sorte zwischen 120 cm und 250 cm hoch. Um ihnen eine gute Windstabilität zu verleihen, ist eine Pflanzung zwischen Strauchrosen und niedrigen Gehölzen zu empfehlen, deren Zweige natürliche Stützen anbieten.

 

Standortansprüche

Schon bald nach dem Abblühen beginnt das Laub der Steppenkerzen einzuziehen und wird dann unansehnlich, das aber durch eine geschickte Begleitpflanzung verdeckt werden kann. Steppenkerzen lieben trockene, sonnige Lagen mit gut durchlässigem, tiefgründigem Boden. Bei schwerem Boden ist eine Drainage aus

Grobsand, Kies oder Lavagranulat bis auf eine Tiefe von 30 cm sinnvoll, weil sonst durch Staunässe schnell Wurzelfäulnis einsetzt. Bei verdichteten Böden hat sich zusätzlich eine Hügelpflanzung bewährt, damit das Niederschlagswasser schneller abfließen kann. Zum Schutz vor Spätfrösten im Frühjahr ist eine Abdeckung mit Nadelholzzweigen empfehlenswert, um den frühen Austrieb vor Frostschäden zu bewahren. Deckt man bereits im Winter ab, treiben die Steppenkerzen auch später aus. Im Topf gewachsene Jungpflanzen können vom Frühjahr bis zum Herbst ausgepflanzt werden; Wurzelknollen werden im Zeitraum von August bis Oktober auf die mineralische Vertikaldrainage gelegt und etwa 15 cm mit humusreicher Erde abgedeckt. Ein Markieren der Pflanzstellen ist sinnvoll. Der bekannte Staudenzüchter Dieter Gaissmayer empfiehlt im Herbst eine Abdeckung mit gut verrotteten Rinder- oder Pferdemist.

 

Sortiment

Im Handel sind hauptsächlich folgende Arten und Hybriden:

Eremurus robustus ( zartrosa, bis 250 cm, VI-VII, duftend );

Eremurus stenophyllus ssp. stenophyllus ( gelb, bis 120 cm, VI-VII, duftend);

Eremurus himalaicus ( weiß, bis 150 cm, V-VI );

Eremurus x isabellinus (Shelford- und Ruiter-Hybriden, rosa, gelb, orange, bis 125 cm, VI-VII ).

 

Es ist eigentlich verwunderlich, weshalb die attraktiven Steppenkerzen in Gartenbeeten unserer Hausgärten so wenig Verwendung finden. Machen Sie einen Versuch, und Sie werden begeistert sein!

 

Pe,  01/15