Der Blauweiderich

Rose ´Robin Hood´ mit Blauweiderich ´Veronica longifolia´ (jon orue, flickriver.com)

Der Blauweiderich oder ´Langblättrige Ehrenpreis´ hat den botanischen Namen ´Veronica longifolia´. Er ist eine eurasische Staude und kommt im Tief- und Hügelland und dort in Feuchtwiesen, wechselfeuchten Auen und Flusstälern auf kalk-und nährstoffreichen Sand- und Schluffböden vor. Seine Verbreitung erstreckt sich von Mitteleuropa bis Korea.

 

Sowohl die Art als auch Auslesen schön blühender Formen mit violetten, blauen, rosa oder weißen Blüten werden seit langem von Staudengärtnereien kultiviert. Da die zwittrige Art sowohl selbst- als auch fremdbestäubend ist, hybridisiert sie leicht, so dass durch Aussaat immer neue Formen entstehen können. Um eine schöne Hybride sortenecht zu erhalten, muss sie vegetativ vermehrt werden. Das gelingt auch dem Laien, da Veronica oft Rhizome ausbildet, die sich abtrennen lassen.

 

Veronica longifolia ist frosthart bis -29°C, kaum empfindlich gegen Nässe und verträgt auch Trockenphasen recht gut. In bewirtschafteten Feuchtwiesen ist die Art

bei Beweidung oder häufiger Mahd weniger widerstandsfähig. In Hausgärten und Parkanlagen sollte die Art und auch die kultivierten Auslesen nach der Blüte etwa Mitte August zurückgeschnitten werden, weil sie sonst schnell unansehnlich werden.

Sie treiben dann frisch aus und zeigen zum Frühherbst eine schwächere Nachblüte.

 

Der langblättrige Ehrenpreis ist recht anspruchslos und pflegeleicht. Er nimmt sowohl mit sonnigen als auch halbschattigen Standorten im Garten vorlieb, möchte aber mit einem organischen Dünger gut ernährt werden. Insoweit passt er als Begleitstaude gut zu Rosen, die ihrerseits als Starkzehrer gut mit Nährstoffen versorgt werden wollen. Die im Handel befindlichen Sorten werden zwischen 60 cm bis 80 cm hoch,blühen

von Anfang Juni bis Anfang August und werten durch ihre kräftige Startentwicklung eine Staudenmischpflanzung erheblich auf. Allerdings hat der Arbeitskreis Staudensichtung über eine mehrjährige Versuchsanstellung festgestellt,dass die im Handel

befindlichen Auslesen etwa nach dem dritten Standjahr in ihrer Wüchsigkeit stark nachlassen, was gegebenenfalls eine Neupflanzung erforderlich macht.

 

Der Handel bietet hauptsächlich folgende Auslesen an:

„Blauriesin“ (blau, Züchter Karl Foerster, 1956),

„Schneeriesin“ (weiß, Züchter Karl Foerster, 1958),

„Pink Damask“ (rosa, Züchter Piet Oudolf),

“Bue John” (dunkel violettblau; von der Staudensichtung empfohlen),

„Dark Maetje“ (dunkel violettblau),

„Eveline“ (rosa, violettrosa)

 

Selbst wenn die Sorten vom Langblättrigen Ehrenpreis nach Meinung des Arbeitskreises Staudensichtung aufgrund mangelhafter Ausdauer bis auf „Blue John“ als entbehrlich eingestuft werden, sollte man auf ihr schönes Erscheinungsbild in

den ersten Jahren nicht verzichten.

 

Die nachfolgenden Bilder sind aus dem Staudengarten Groß Potrems mit freundlicher Genehmigung von Jochen Wegener (WE) und aus dem Portal für Erhaltungskulturen (CC, G.Nitter) sowie eigene Aufnahmen.

 

Pe, 04/16