Fackellilien

Kniphofia uvaria ´Early Buttercup´ in den Gärten von Hyde Hall (Bild: Pe)

Fackellilien sind grasartige Stauden aus der Familie der Grasbaumgewächse, die zur Unterfamilie der Affodilgewächse (Asphodiloideae) gehören.

Ihre traubigen Blütenstände entzünden ihr Feuerwerk von Juli bis Anfang Oktober

und setzen dann in Gärten und Parks Highlights von kaum zu überbietender Leuchtkraft. Ihre Blütenkerzen ´brennen´ von unten nach oben ab, woraus sich die lang anhaltende Blütezeit ergibt. Ihre kolbenförmigen Blütenstände

variieren je nach Sorte bzw. Art in den Farben gelb, orange, orangerot und gelbgrün, wobei viele auch zweifarbig sind. Um ihren Blühzeitraum bis in den Spätherbst zu verlängern, empfiehlt es sich, jeweils abgeblühte Kerzen bodennah zurückzuschneiden. Damit wird ein Nachschieben neuer Blütenkerzen angeregt.

 

Fackellilien sind hauptsächlich in Südafrika beheimatet. Mit ihrem botanischen Namen ´Kniphofia´ wird der Erfurter Professor der Botanik J. H. Kniphof ( 1704 – 1765) geehrt, der als Autor seinerzeit das bedeutendste und modernste Herbarium (Botanica in Originali) aufgebaut hat.

 

Aufgrund der heimatlichen Klimaverhältnisse sollten Fackellilien bei uns einen sonnigen, windgeschützten Standort bekommen, der einen durchlässigen und eher trockenen Boden aufweist. Gut geeignet sind sandige und kalkhaltige Böden mit höherem Humusanteil, welche im neutralen pH-Bereich (6,5-7,5) liegen. Darüber hinaus ist ein Winterschutz empfehlenswert, obwohl auch Sorten mit ausreichender Winterhärte im Handel sind. Beliebte Sorten liefern Kniphofia galpinii, Kniphofia uvaria, oder Kniphofia caulescens. Je nach Sorte werden sie 60 bis 120 cm hoch.

 

 

Kniphofia hat grasartige, aus einem Horst entspringende Blätter. Im Boden bilden sie horizontal wachsende Rhizome als Überdauerungs- und Ausbreitungsorgane aus.

Beim Pflanzen im Frühjahr sollte die Rosette nur ganz leicht unter der Erdoberfläche liegen während die Wurzeln ausreichend tief in den Boden gehören. In der Wachstumsphase sollten die Fackellilien regelmäßig gewässert werden. Erst im zweiten Standjahr ist mit der Entwicklung von Blütenkerzen zu rechnen. Auch dann erst werden sie im Frühjahr mit Kompost und einem organischen Dünger versorgt.

 

Im Herbst wird das Laub zu einem Schopf zusammengebunden, wodurch das Herz vor Regen, Fäulnis, Sonne und Frost besser geschützt ist. Rings um den Wurzelbereich hilft eine dünne Reisiglage vor stärkerem Frost. Im Frühjahr werden die Blätter eine Hand breit über dem Boden abgeschnitten und die Reisiglage entfernt.

 

Pilzliche Krankheiten sind äußerst selten, allerdings faulen die Wurzeln bei lang anhaltender Nässe recht schnell. Eine Dränage im Pflanzbereich schafft Abhilfe.

Wenige Lästlinge wie das Lilienhähnchen (Abschreckmaßnahme: Kaffeesatz um den Horst ausstreuen), Schnecken (Schneckenkorn, Absammeln) oder Thripse (Brennesselsud, Niemöl) können hin und wieder auftreten, stellen aber kein Problem dar.

 

Mit ihren teils mehrfarbigen Blütenkerzen sind Fackellilien im heimischen Garten

faszinierende Raritäten. In ihrer Pflege sind sie unkompliziert und sowohl für Freiland- als auch für eine Kübelkultur geeignet. Im Staudenbeet oder im Mixed Border harmonieren sie besonders mit Gräsern, Königskerzen, Iris, Palmlilien, graulaubigen Stauden und niedrigen Gehölzen des mediterranen Bereichs.

 

Text: U. Perpeet; Bilder: U. Perpeet (Pe) sowie weitere Autoren (in Klammern benannt)

Pe, 08/16