Rose de Resht - eine persische Schönheit?

Rose de Resht

Eingerahmt von den oberen Laubblättern verströmen die dicht gefüllten fuchsienroten Blüten der „Rose de Resht“ (mitunter „Rose de Rescht“ geschrieben) einen intensiven süßlichen Duft. Sie sind mit einem Durchmesser von etwa 5 cm relativ klein und erscheinen zahlreich in Büscheln vom Frühsommer bis zum Spätherbst. Durch starke Sonnenstrahlung können die Blüten leicht verblassen. Die Triebe der ca. einen Meter hoch werdenden Strauchrose sind kräftig, dicht bestachelt und tragen hellgrünes gesundes Laub.

 

Herkunft der „Rose de Resht“

 

Der Name geht zurück auf die englische Rosensammlerin Nancy Lindsay. Sie fand die Rose nahe der nordpersischen Handelsstadt Resht im Jahre 1949 und importierte sie nach England. Hier kam sie unter dem Namen „Rose de Resht“ ab 1950 in den Handel.

 

Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei der „Rose de Resht“ um eine bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts bekannte in Frankreich gezüchtete Portlandrose, die nach Persien exportiert wurde. Es gibt Belege dafür, dass sie bereits vom deutschen Botaniker Dr. Hausknecht während einer Persienreise (1864 – 1869) gefunden wurde und nach Deutschland gelangte.

 

Aus Algerien in die Eifel

 

Im Rosenjahrbuch 2014 befindet sich ein von Hans-Werner Schmidt verfasster Beitrag mit dem Titel: „Die mit dem Wüstenwind tanzte“ (S. 70 – 81). Darin erzählt er die Geschichte einer Rose, die zu Anfang des 20. Jahrhunderts in Algerien zwischen Zypressen wuchs und in die Eifel gelangte: Ein deutscher Kriegsgefangener des Ersten Weltkriegs, Matthias Alt, wurde von den Franzosen nach Algerien gebracht, um in den dortigen Plantagen bei Biskra am Rande der Sahara zu arbeiten. Als er 1919 entlassen wurde, nahm er den Ausläufer einer von ihm bewunderten Rose als besonderes Geschenk für seine zukünftige Frau mit und pflanzte sie in die Nähe seines Hauses in Kalterherberg (südwestlich von Monschau, Eifel). Als das Haus 1929 vollständig abbrannte, verschwand auch die Rose. Im nächsten Jahr trieb die „Rose aus Algerien“ jedoch wieder aus. Später gelangte sie in den Garten der Enkelin von Matthias Alt in Simmerath (nordöstlich von Monschau), wo sie heute noch wächst und blüht und als ein besonderes Stück der Familiengeschichte gepflegt wird. Mehrere Rosenexperten kamen eindeutig zu dem Ergebnis, dass es sich um die „Rose de Resht“ handelt. – Sie wuchs also bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts in Algerien.

 

Vermehrung durch Ausläufer und Stecklinge

 

Förderlich für eine rasche Verbreitung ist auch die Tatsache, dass die „Rose de Resht“ zahlreiche Ausläufer bildet, die ohne großen Aufwand ausgegraben und an Interessierte verschenkt werden können.

 

Auch die Vermehrung durch Stecklinge gelinge problemlos, teilte mir Ulrich Perpeet kürzlich mit. Die winterharte Rose ist pflegeleicht und auch für einen kleinen Hausgarten bestens geeignet.

 

Alle Bilder mit Ausnahme ´frischer Austrieb´ (H.H. Bussemas) mit freundlicher Genehmigung von Christiane Frost ( Internet: ´Ein Garten in Norddeutschland´);

Text und Internethinweise: Heinz Helmut Bussemas.

Der Bericht „Die mit dem Wüstenwind tanzte“ ist auf der Webseite der Aachener Rosenfreunde zu lesen:

http://www.rosenfreunde-aachen.de/Rose_de_Resht.pdf

 

Eine schöne Bilderserie einer Rosenliebhaberin über Rose de Resht finden Sie im folgenden Internetauftritt:

http://hexenrosengarten.jimdo.com/rosenportraits/rose-de-resht/

 

Rose de Resht in “YouTube”-Videos:

https://www.youtube.com/watch?v=y0uLOz_KYSU

https://www.youtube.com/watch?v=3RCLKxJXvNE

 

eingestellt: Pe, 05/16