Ein Cottage-Garten mit Charm - Wollerton Old Hall Garden

Wollerton Old Hall Garden

Die Rosenfreunde Dortmund besuchten im Juli 2015 auf ihrer Englandreise in die Grafschaft Shropshire unter anderen den Garten von Wollerton Old Hall.

 

Der preisgekrönte englische Landschaftsarchitekt und Gartenjournalist Chris Beardshaw urteilt über Wollerton Old Hall Garden:

 

„I can show anyone, anywhere in the world photos of this place, and they all agree it is a world-class example of an English garden!” – Ich kann jedem irgendwo auf der Welt Fotos von diesem Ort zeigen, und alle sind sich einig, dass es ein Weltklasse-Beispiel für einen Englischen Garten ist!

 

Auch uns hat der Garten sofort begeistert: Seine zauberhafte Mischung aus subtiler Eleganz und ungezähmter Wildheit übt eine magische Anziehungskraft aus. Seine durch geschnittene Hecken, Ziegelmauerwerk, Holzzäune, Pergolen, Obelisken und verträumte Sitzecken gegliederten Gartenräume laden sowohl zum Entdecken als auch zum Verweilen ein. Dazu kann sich das Auge nicht sattsehen an der überbordenden Blütenflut der Stauden und Sommerblumen, an der Architektonik geschnittener Solitärgehölze, an wettergegerbten Holztoren und Rankgerüsten, an bemoosten Natursteinen oder an farnbewachsenen Mauern.

 

Ein solcher Garten beglückt, weil er einerseits die Einheit zwischen einfühlsamem gestalterischen Eingriff und natürlicher Entwicklung erleben lässt und andererseits den Verlauf der Zeit bewusst macht. Cottage-Gärten sind Wohlfühl-Gärten, in denen dem Besucher das „Verlassen“ schwerfällt.

 

Wollerton Old Hall Garden ist ein noch recht junger, etwa 4 ha großer Cottage-Garten, der von Lesley und John Jenkins seit 1984 entwickelt wurde und einige Umgestaltungen erlebt hat. Er besteht aus 16 Gartenzimmern, die um ein Hall House aus dem 16. Jahrhundert angelegt worden sind. Einige dieser Zimmer seien an dieser Stelle kurz beschrieben und im Anschluss mit Fotos veranschaulicht:

 

Der Alte Garten (Old Garden) hat bereits vier Umgestaltungen erlebt; die ehemals pflanzlichen Knotendesigns wurden durch zwei Reihen mit geschnittenem portugiesischen Lorbeerbäumen ersetzt, durch die ein Steinpfad (York Stone Path) führt.

 

Er stößt auf den Bachgarten (Rill Garden) mit in Längsrichtung hintereinander verlaufenden rechtwinkligen Bachrinnen, die auf eine Sitzpergola zulaufen. Die Platzflächen sind mit York-Stein-Platten ausgelegt und dezent mit Randstauden, Buxusbällen, der Austinrose Wollerton Old Hall, Gräsern und Hortensien bepflanzt.

 

Der Eibenweg (Yew Walk) ist vom Garteneingang gesehen der erste Blick auf die Gartenanlage. Jeweils 5 schmale, streng geschnittene und himmelwärts strebende Eibenpyramiden säumen einen breiten Grasweg. Die Buchten zwischen den Pyramiden sind mit silberfarbenen Stauden wie Plectranthus argentatus und Artemisia´Valerie Finnis´, Rosen sowie anderen weiß und blau blühenden Stauden bepflanzt. Sie brechen optisch gesehen an einigen Stellen die scharfen Schnittkanten des Rasenwegs. Das ist ein Ensemble, das einem gleich zu Anfang den Atem nimmt.

 

Alices Garten (Alice Garden) ist ein sehr kleines, sonniges Gartenzimmer, in der sich früher einmal die Katze Alice sehr wohl gefühlt hat und oft in der Sonne döste.

Die Fugen der Steinplatten sind mit Kräutern bewachsen, in den Randbeeten läuten Blumenzwiebeln den Frühling ein und das Blühen setzt sich im Sommer mit Iris sibirica, verschiedenen Salvien und Veronicastrum fort.

 

Der Rosen- und Sonnenuhr-Garten ist im Hochsommer ein wahres Highlight. „Ein wahrhaft machiavellischer Garten“ heißt es in der Einführung! Zwischen Phlox, Malven, Iris, weiß und rosa blühenden Rosen, Margeriten und Astern stechen die herrlichen Kerzen der Rittersporne heraus: Ein berauschendes Bild! Zwei Arts and Crafts Eichentore führen von dort in den

 

Lanhydrock Garten. Dieser Garten ist ursprünglich als Hommage an den oberen Garten des Lanhydrock Garden in Cornwall so benannt worden. Seine optische Hochzeit erreicht er von Juni bis September. In ihm dominieren die Farben Gelb, Orange und heißes Rot, daher wird er auch kurz als „hot garden“ bezeichnet. Blockbepflanzungen mit Hemerocallis, Helenium, Helianthus, Kniphofia, Salvien und apricotfarbenen Erysimum zeigen die leuchtenden Warmtöne des Sommers verbunden mit dem Summen, Schwirren und Flattern von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen.

 

Der lange Weg (Long Walk) führt von Nord nach Süd am Lanhydrock Garden entlang. Das schmale, von Eibenhecken und Mauern begrenzte Gartenareal, das zudem mit Ahornen die buchsbegrenzten Beete überwächst, hat eine schwächere Sonneneinstrahlung. Mit diesen Verhältnissen kommen besonders Clematis, Phlox und Dahlien in verschiedenen Farbvariationen gut zurecht. Jenseits des langen Weges verlieren sich die formalen Gartenstrukturen und man gelangt in den sogenannten

 

Bauerngarten (Croft Garden), der allerdings mit einem Bauerngarten nicht mehr viel gemein hat. Zwei rotlaubige norwegische Ahorne und ein Rundweg bestimmen den Garten, in dem verschiedene Hortensiensorten und wünschenswerte seltenere Blütengehölze wie Heptacodium, Styrax, Stewartia oder Magnolien herangezogen werden. Ihm folgt der

 

Croft, ein Gartenteil, welches die gesamte Gartenanlage zum Tern Valley hin abgrenzt. Ursprünglich als Schutzgürtel auf einem steinigen Hang bepflanzt finden sich heute darin so interessante Gehölze wie Juglans regia var. purpurea, Acer carpinifolium oder Magnolia tripetala.

 

Zwischen Rill Garden und Long Walk liegen zwei weitere sehenswerte Gartenzimmer:

 

Das Haupt-Staudenborder (Main perennial border) ist im Stil von Gertrud Jeckyll mit durchsetzungsfähigen Stauden in variabler Höhenstaffelung gestaltet:  Im Sommer ein wunderbarer Anblick! Vom Rill Garden gelangt man über den Weg entlang des Haupt-Staudenborders in den Gut Garten.

 

Der Gutgarten (Well Garden) besteht aus vier Quadranten mit kreuzförmiger Wegeführung und einem Mittelbrunnen aus Kalkstein. Die Beete sind durch schmale und spitze Eibenpyramiden getrennt und mit Stauden bepflanzt, die dem Farbthema

Blau-Silber-Creme-Apricot gewidmet sind. In jedem der vier Beete befinden sich als Ankerpflanzen Miscanthus ´Morning Light´ und Rosa ´Lady Hamilton´.

 

Zwischen dem Haupt-Staudenborder und dem Rosen- und Sonnenuhr-Garten liegen zwei weitere Gartenzimmer:

 

Der Schriftgarten (Font Garden) ist ein Blumenwiesen-Garten. In seiner Mitte befindet sich eine steinerne Brunnenschale sowie Steine mit alten Inschriften. In der Blumenwiese blühen zu Saisonbeginn Fritillarien, kleine Narzissen und Mohnblumen. In den Randbeeten blühen im Sommer weiße Königslilien und weiße afrikanische Schmucklilien. Die Loggia aus Eichenholz  ist mit der Kletterrose Francis E. Lester berankt und lädt mit seinen schattigen Sitzplätzen zum Ruhen ein. Vier große Buchskugeln vor den Sitzplätzen erhöhen das Raumgefühl von Nähe und Ferne.

 

Eine wunderschöne Lindenallee (Lime Allee) aus Sommerlinden mit rotlaubigem Austrieb öffnet vom heißen Garten aus gesehen den Blick über den Bachgarten und durch die Allee des alten Gartens auf den schönen Fachwerkgiebel des Cottage. Die Sommerlinden beiderseits des Grasweges sind unterpflanzt mit breitblättrigen Traubenhyazinthen für die Frühjahrsblüte und wenn ihr blaues Meer verschwindet, werden sie durch hellblauen Heliotrop ersetzt. Der rötliche Laubaustrieb der Linden setzt im Frühjahr in diesem Garten besondere Akzente in der Sonne und bei Schnee.

 

In der Nähe der Wirtschaftsgebäude findet man zu den beschrieben Gärten  noch den Schattengarten (Shade Garden), den Obstgarten (Orchard Garden) sowie den

Gemüsegarten (Salad Garden).

 

Wer englische Gärten bereist, sollte sich diesen herrlichen Cottage-Garden nicht entgehen lassen.

Text:             Ulrich Perpeet

Bildmaterial: Ulrich und Gerlind Perpeet

Quellen:        Eigene und Homepage Wollerton Old Hall Garden

 

Über die Charakteristik von Cottage-Gärten lesen Sie, wenn Sie auf nachfolgenden Link klicken

https://www.gartenzauber.com/cottage-garten/

 

Eine Videosequenz über Wollerton Old Hall Garden sehen Sie auf  folgendem Youtube-Link

https://www.youtube.com/watch?v=U9XzIkMFt54

 

Die Verwandlung des Gartens im Spätsommer (Sprache:Niederländisch)

https://www.youtube.com/watch?v=rXH7RomT74s

 

 

Pe, 01/18

 

 

Der mediterrane Trockengarten - Dry Garden - von RHS Hyde Hall

Gartenpartie im Dry Garden mit Origanum vulgare, Gabbro-Felsen, Verbascum olympicum, Calamagrostis acutiflora ´Karl Foerster´, Stipa gigantea, Centaurea scabiosa, Verbena bonariensis, Nigella damascena u. a..

 

 

Außergewöhnlich beeindruckend ist der mediterrane Trockengarten (Dry Garden) in den Gartenanlagen Hyde Hall der Königlichen Gartenbaugesellschaft (RHS = Royal Horticultural Society) in Essex / England. Hyde Hall wurde 1955 von dem Ehepaar Helen und Dick Robinson auf dem hügeligen Areal eines ehemaligen Bauernhofes gegründet und ging 1993 als Spende an die Königliche Gartenbaugesellschaft über.

 

Anlässlich einer Gartenreise der Rosenfreunde Dortmund im Jahre 2016 ist mir der „Dry Garden“ in dieser Gartenanlage in besonderer Erinnerung geblieben. Dieser Garten wurde von Matthew Wilson, einem englischen Garten- und Landschaftsdesigner während seiner zehnjährigen Karriere bei der Königlichen Gartenbaugesellschaft entworfen und wurde inzwischen mehrfach ausgezeichnet. Wilson war auch langjähriger Kurator der gesamten Gartenanlage von Hyde Hall. Er ist auch Schriftsteller und Dozent und hat mit seinen Gartenentwürfen bereits zahlreiche Preise erhalten.

 

Was den Trockengarten so ansprechend macht, liegt an der phantastischen Auswahl und Kombination von trockenheits- und sonneliebenden Stauden, Zwiebelgewächsen, Gräsern und Gehölzen sowie an seiner Lage an einem sonnenexponierten Südhang mit Blicken weit in die englische Landschaft hinein. Er ist in allen Jahreszeiten eine Augenweide.

 

Neben seiner idealen Lage und dem etwas niederschlagsärmeren Gebiet gegenüber dem englischen Durchschnitt ist der Boden abgemagert und Gesteinsmaterial eingearbeitet worden, damit er auch im Winter gut durchlässig ist. Nach der lockeren Pflanzung ist der Boden zwischen den Pflanzen mit einer 6 bis 8 cm dicken Schicht aus Schotter bedeckt worden. Auf dem modellierten Hang bilden die in die Pflanzung eingebetteten Gabbrofelsen und Steinansammlungen naturhafte Gartenszenarien, welche die Augen des Betrachters führen. Infolge der lückigen Pflanzung bleiben die Struktur der Steine und Teile der Schotterflächen sowie die Textur des Pflanzenblattwerks gut sichtbar.

 

Besonders eindrucksvoll ist die Vergesellschaftung verschiedener Gräser mit Stauden, Zwiebelgewächsen, Kräutern und Gehölzen, wobei Gruppen- und Solitärwirkung einander abwechseln und dabei sowohl Ruhe als auch Bewegung ausstrahlen können. Filigrane Pflanzenstrukturen überspielen bodendeckende und im Konzert mit Felsbrocken und Findlingen bilden solitäre Pflanzen Gartenräume.

 

Über die Klassiker wie Lavendel, Salvien, Thymian, Rosmarin, Heiligenkraut, Katzenminze, Junkerlilie, Kniphofia, Königskerze oder Natternkopf hinaus zeigt der Dry Garden eine Vielzahl von weiteren trockenheitsliebenden Pflanzen, die wunderbar miteinander verwoben sind.

 

Tauchen Sie ein in die Stimmung des Gartens, indem Sie die Bilder betrachten und dazu den wunderbaren Duft mediterraner Stauden und Gehölze eines sonnigen Tages hinzuträumen.

 

Text : Ulrich Perpeet

Bilder: Ulrich und Gerlind Perpeet

 

Eindrücke von den Gartenanlagen von RHS Hyde Hall im nachfolgenden Video:

https://www.youtube.com/watch?v=X99KLWKQ2ho

 

Eine Kurzbeschreibung von Hyde Hall:

https://www.heikes-reiseblog.de/gaerten/hyde-hall/

Pe, 05/17

 

Ein Gartentraum in den Vogesen

Das blaue Haus im Jardin de Berchigranges

 

Anfang Juni 2016 besuchten die Rosenfreunde Dortmund anlässlich ihrer Gartenreise ins Elsass den

Jardin de Berchigranges.

 

Dieser außergewöhnliche Privatgarten der Eheleute Thierry und Monique Dronet hat

uns bezaubert und hat bis heute einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Er liegt in den Vogesen nahe Saint Dié auf gut 650 m Meereshöhe im Gelände eines ehemaligen Granitsteinbruchs auf einem waldreichen Südhang.

 

Nach jahrzehntelanger mühevoller Arbeit mit der Umleitung und Umgestaltung von kleinen Bächen, Bewegung von Granitblöcken, Fällung und Rodung von etwa 3.000 Fichten sowie dem Einbringen von mehr als 2.000 t Mutterboden wurde der Garten fit gemacht für das Einbringen der Pflanzen. Heute beherbergt er gut 4.000 Pflanzenarten in harmonischer und naturnaher Vergesellschaftung in feinfühlig gestalteten Räumen des Gartengeländes. In ihm entdeckt man sowohl Kolonien des blauen Scheinmohns aus dem Himalaya als auch große Bestände des blauen Lerchensporns. Der Garten ist in seiner Vielgestaltigkeit dank ihrer unermüdlichen Schöpfer ein Kleinod, welches jeden Gartenfreund eigentlich in jeder Jahreszeit begeistern wird.

 

Lesen Sie auch die eindrückliche Beschreibung des Gartens von Gartenporträtisten über nachfolgende Links:

 

Gartenporträt Berchigranges

http://www.inge-siegert.de/gartenportraets/berchigranges/

 

Pressebericht von Uta Daniela Köhne

http://www.berchigranges.com/de/garten-traume1.html

 

Text: Ulrich Perpeet, Bilder: Ulrich und Gerlind Perpeet

 

Pe, 09/16

 

Winterleuchten im Westfalenpark 16/17/18

 

Ein Abendspaziergang um die Jahreswende lässt den Park nach Sonnenuntergang von einer ganz neuen Seite erleben. Der Besucher taucht in eine Traumwelt mit illuminierten Parkszenarien ein, die ihn in Märchen von Tausend-und-einer-Nacht versetzen. Bunte Lichteffekte verwandeln Bäume, Sträucher, Skulpturen und Kunstobjekte in geheimnisvolle Gestalten und Erlebnisräume, die die Phantasie beflügeln: Ein Erlebnis in der Dunkelheit der aufziehenden Nacht, das einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

Text und Bilder: Ulrich Perpeet

Links:

Informationen über die Veranstaltung seitens der Lichtkünstler:

http://www.world-of-lights.eu/m/event.php?evid=59

 

Winterleuchten 16/17 auf youtube:

https://www.youtube.com/watch?v=MB3OTYN9qzo

 

Winterleuchten 17/18 auf youtube

https://www.youtube.com/watch?v=K4SbL05AvV0

 

Feuerwerk 17/18

https://www.youtube.com/watch?v=Gms-vqSqwXE

Pe, 01/17/18