Duftrosen aus dem Hause Kordes

 

Thomas Proll, der langjährige Züchtungsleiter der Firma Rosen Kordes aus Klein-Offenseth-Sparrieshoop hielt am Samstag, 11. Februar 2017, im Saal des Ballettzentrums im Dortmunder Westfalenpark einen Vortrag über Duftrosen. Er sprach über die Geschichte der Züchtung von Duftrosen bei Kordes, informierte über die Wirkungen von Duft auf den Menschen und stellte bemerkenswerte Züchtungen der letzten Jahre vor.

 

Bereits mit der Züchtung von „Crimsons Glory“ habe Wilhelm Kordes II im Jahre 1935 eine Rose mit gutem Duft auf den Markt gebracht, sagte Thomas Proll zu Anfang seines geschichtlichen Überblicks. Später sei dem Thema Gesundheit in der Rosenzüchtung mehr Gewicht beigemessen worden, wobei viele neue Rosensorten leider nur recht wenig dufteten. Seit dem Jahr 1990 wurden aus ökologischen Gesichtspunkten im Rahmen der Züchtungen bewusst keine Fungizide mehr eingesetzt. Das habe die Züchter noch mehr beeinflusst, vor allem gesunde Rosen anzubieten.

 

„Mit Beginn des neuen Jahrhunderts gelang es immer häufiger, duftende und zugleich gesunde Rosen zu züchten“, sagte Thomas Proll und nannte als Beispiele die Sorten „Parole“ (2001), „Laguna“ (2004), „Jasmina“ (2005) und „Beverly“ (2007). Diesen Rosen seien wegen starken Duftes und guter Blattgesundheit viele Preise zuerkannt worden.

 

Düfte wecken Emotionen

 

Anhand einiger Darstellungen aus dem Buch „Der Rosenflüsterer“ von  Kasimir Magyar erläuterte der Vortragende die Wirkung von Duft auf den Menschen: Im „limbischen System“ des Gehirns werde der Duft wahrgenommen und über viele Jahre gespeichert. „Düfte können Erinnerungen wachrufen, Emotionen wecken und Hormone freisetzen“, sagte Proll, gab aber zu bedenken, dass Düfte  von verschiedenen Personen sehr unterschiedlich wahrgenommen werden.

 

Duftporträts von Claudia Valder

 

Seit einigen Jahren gebe es eine intensive Zusammenarbeit der Firma Kordes mit der Apothekerin und Parfümeurin Claudia Valder. Sie habe viel Talent und Erfahrung in der anschaulichen Verbalisierung von Düften und erstelle Duftportraits durch Nennung von Duftbausteinen und Duftakkorden unter der Berücksichtigung von Kopf-, Herz- und Basisnoten. Die Texte enthalten Vergleiche aus dem täglichen Leben und werden ergänzt durch die Darstellung von Duftkreisen.

 

Thomas Proll nannte mehrere Beispiele von Duftporträts. Eines davon zur Rose „Gräfin Diana“ (2012) sei hier zitiert: „Diese vollkommene Duftschönheit besticht vor allem durch ihr ausgesprochen edel-sinnliches Bouquet. Blütige und fruchtige Aspekte schwingen in einer vollkommenen Harmonie nebeneinander. Neben der klassischen Rosennote mit einem Hauch Zitrus und den tiefen Noten einer Bourbongeranie, leuchtet die Litschi, klar und spritzig. Fruchtige Holunderblüte, Pfirsich und etwas Mirabelle schaffen die Verbindung zur Basisnote. Diese ruht, rund und ausgewogen, auf einem süßen Honigbett und zarten Erdnoten.“

 

Zur Rose „Gräfin Diana“ ergänzte Thomas Proll noch, dass sie eine hervorragende Blattgesundheit habe und mit dem Prädikat „ADR-Rose“ ausgezeichnet worden sei. Zudem wählten sie Rosenfreunde zur „Rose des Jahres 2017“.

 

Kollektion „PARFUMA“

 

Seit dem Herbst 2012 bietet die Firma Kordes eine Reihe von Rosen in der Kollektion „PARFUMA“ an. Aus der Bezeichnung geht hervor, dass diese Rosen vor allem wegen ihres Duftes sehr gefragt sind. Dazu gehören neben „Gräfin Diana“ die Rosensorten „Constanze Mozart“ (2012), „Herzogin Christiana“ (2013), „Madame Anisette“ (2013), „Rosengräfin Marie Henriette“ (2013), Gartenprinzessin Marie-José“ (2016) und  „Kiss me Kate“ (2016). Die jeweils dazu passenden Duftporträts und Duftkreise sind im Kordes-Katalog abgedruckt und stehen auch auf der Webseite www.kordes-rosen.com. Thomas Proll erzählte auch kurzweilig Geschichten zu den Namensgebern und zum Teil erheiternde Episoden rund um die jeweilige Rose.

 

Sehr stolz sei die Firma Kordes darüber, dass sie 2016 den „Innovationspreis des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft in der Kategorie Pflanze“ für die PARFUMA-Duftrosen-Serie erhalten habe, ergänzte Thomas Proll.

 

Zur Rosenzüchtung

 

Mit einigen Bemerkungen skizzierte der erfolgreiche Rosenzüchter das Vorgehen bei der Rosenzüchtung: Am Anfang stehe das Bestäuben von mehreren tausend Rosen im Sommer. Aus den Hagebutten werden im Herbst die Nüsschen herausgelöst und zu Hunderttausenden ausgesät. Die Keimlinge und die sich daraus entwickelnden Pflanzen werden über Jahre beobachtet und nach strengen Maßstäben selektiert, sodass nach acht bis zehn Jahren Züchtungsarbeit nur wenige Rosen getauft werden und in den Handel kommen. Trotz aller Erfahrung mit gezielten Kreuzungen bleibe das Züchten von Rosen doch in gewisser Weise ein Glücksspiel, so Thomas Proll.

 

Mit einem Ausblick endete der Vortrag: Zwei neue Rosen der „PARFUMA“-Kollektion seien bereits für Rosentaufen im Herbst 2017 und im Jahre 2018 vorgesehen.

 

Die Zuhörer dankten Thomas Proll für den hervorragenden Vortrag und die großartigen Bilder mit lang anhaltendem kräftigem Applaus.

Text:     Heinz Helmut Bussemas

Bilder:  Ulrich Perpeet, alle Duftrosen mit freundlicher von W. Kordes´ Söhne mit

              freundlicher Genehmigung

eingestellt: Pe, 02/17