Jacques Cartier

Jacques Cartier (DÖ)

Die zur Gruppe der Portlandrosen gehörende Historische Rose ´Jacques Cartier´ ist eine der Empfehlenswertesten ihrer Gruppe. Portlandrosen  zeichnen sich in der Regel durch kompakten Wuchs, gute Winterhärte, hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Pilzinfektionen, guten Duft und durch beständiges Nachblühen bis zum Herbst aus.

 

In die gleiche Rosengruppe gehören auch die bekannten Sorten ´Rose de Resht´,´Mme Boll´und ´Yolande d´Aragon´. Die großen, stark gefüllten und geviertelten Blüten treten einzeln oder in Büscheln auf und erblühen in einem hellen, reinen Rosa, wobei die Blumenblätter zum Rand hin nach weiß ausbleichen.

Ein weiteres besonderes Kennzeichen dieser Rosengruppe ist ihr direktes Blühen über dem Laub, wodurch die Blüten zu sitzen scheinen. Sie verströmen einen intensiven Duft, der an Damaszener-Rosen erinnert.

 

Im Rosenbogen Nr. 4/2010 schreibt Eilike Vemmer, eine gefragte Kennerin alter Rosen: "´Jacques Cartier´, die Portlandrose von Moreau-Robert 1868 kann man unbesorgt in jeden Garten pflanzen: gesund, winterhart, öfterblühend, duftend, regenfest, kompakt und etwa 1,20 m hoch, was wollen Sie mehr?"

 

Sie ist wirklich völlig unkompliziert und daher auch jedem Anfänger zu empfehlen, zumal sie sich auch gut für kleine Gärten, für die Kübelkultur und als haltbarer Vasenschmuck eignet. Rosenliebhaber empfehlen ein Auslichten überalterter Triebe im Frühjahr; sie treibt danach willig aus der Basis nach. Bei starken Knospenbüscheln sollten die kleinsten Knospen entfernt werden, damit die stärkeren Knospen genügend Platz zum Öffnen der Blüten bekommen. Das Ausbrechen einiger kleiner Blütenknospen verkürzt außerdem die Pause bis zur nachfolgenden Blüte. Trotz der starken Füllung ihrer bis 9 cm großen Blüten ist sie sehr regenfest, was man zum Beispiel von ´Mme. Boll´ nicht behaupten kann.

 

Diese Rosensorte wurde von der französischen  Rosenschule Moreau-Robert unter dem Namen ´Jacques Cartier´ 1868 in den Handel gebracht und war zeitweilig auch unter den Synonymen ´Marchesa Boccella´/ ´Marquise Boccella´ bekannt. Ob die Namengebung seinerzeit zu Ehren des französischen Seefahrers und Erforschers des Gebietes um den St. Lorenz-Strom oder zu Ehren des französischen Hobby-Rosenzüchters Dr. Jacques Cartier erfolgte, ist nicht genau belegt.

 

Der dänische Rosenzüchter Knud Petersen brachte im Jahre 2001 einen weißen Abkömmling von Jacques Cartier auf den Markt, den er als Sport von dieser Rose gefunden hatte. Sie ist als ´White Jacques Cartier´ im Handel und erfreut sich steigender Beliebtheit, da sie neben der weißen Blütenfarbe die gleichen positiven Eigenschaften wie die rosafarbene Jacques Cartier besitzt.

 

Eine Minibiographie des Entdeckers finden sie unter folgendem Link:

https://www.youtube.com/watch?v=xeEsNH3w604

 

Text:      Ulrich Perpeet

Bilder:    WMC (Autor beim Bild); Frost (FR), Döpke (DÖ), Schade (SC) jeweils mit

               freundlicher Genehmigung aus ihren Websites ´Ein Garten in

               Norddeutschland´, ´Rosenparadies Loccum´ und ´Rosenpark Reinhausen´.

Hinweis: Überarbeitetes Porträt von 05/13

 

Pe, 10/19