Bericht über die Seminare zum Rosenschnitt 2018

(Der Bericht soll voraussichtlich im Rosenbogen II/18 erscheinen)

Otmar Körfer erklärt den Schnitt bei Kaskadenrosen

Alljährlich im März – kurz vor Beginn der Vegetationsperiode – veranstalten die Dortmunder Rosenfreunde an zwei Samstagen ihre beliebten und gut frequentierten Seminare zum Rosenschnitt und zur Düngung von Rosen. Sie finden jeweils im „Haus der Rose“ im Westfalenpark und in den Rosenquartieren des Rosariums statt.

 

Am 10. und 17. März 2018 war es wieder soweit: Gut 40 Interessenten fanden den Weg ins Haus der Rose, um an der theoretischen und praktischen Unterweisung im Rosarium teilzunehmen.

 

Zu Beginn wurde die Mechanik der mitgebrachten Rosenscheren in Augenschein genommen und wo nötig gerichtet, geschärft, mit Ballistol-Öl gefettet und auf Schnittfähigkeit an einem Blatt Zeitungspapier getestet. Ungeeignete Modelle wie Papier- oder Drahtscheren, Scheren mit stark beschädigter Klinge, unbrauchbare „alte Schätzchen“ oder ´Amboss-Scheren´, die das Rosenholz quetschen statt zu schneiden, wurden als „unbrauchbar“ für Rosen deklariert. Die Scheren der Wahl sind die sogenannten Beipass-Scheren, die einen sauberen Schnitt hinterlassen, wenn die Klingen sauber und gut geschärft sind. Beim Modell Felco und anderen höherwertigen Rosenscheren wurde auf die Drahtschneidekerbe aufmerksam gemacht (Aha-Effekt), für den Rest der Klinge ist Draht ein ´Tabu´.

 

Nach einem Überblick über geeignete und weniger geeignete Modelle bei weiteren Schneidegeräten wie Handklappsägen, Baumsägen, Astscheren oder Präsentierscheren gab es über eine Powerpoint-Präsentation eine detaillierte Einführung zu den folgenden Aspekten des Rosenschnitts:

Schnittgründe, Schnittzeitpunkte, Schnitt-Techniken und Schnittarten bei den unterschiedlichen Rosengruppen, wobei auch die morphologischen Merkmale wie Triebknospe, Blattnarben, schlafende Augen, Veredlungsstelle, Wildtrieb … nicht zu kurz kamen. Die Teilnehmer machten dabei regen Gebrauch von ihren Fragemöglichkeiten.

 

Das vierstündige Seminar am 2. Samstag ergänzte ein bildgestütztes Referat über fachgerechte Rosendüngung, die im Frühjahr mit dem Rosenschnitt einhergehen sollte. Im Fokus standen dabei die Ernährungsgrundlagen der Rosen, der Boden als Nährstoffspeicher und Nährstofflieferant, Verfahren des Düngens, Vor- und Nachteile der Düngemittelgruppen, Zeitpunkte des Düngens, Dosierung der Düngergaben, Bedeutung des pH-Wertes für die Verfügbarkeit von Nährstoffen sowie Anwendungsbeispiele. Auch dabei machten die Teilnehmer regen Gebrauch von ihren Fragemöglichkeiten.

 

Bei der gut einstündigen Schnittpraxis wurde von den Teilnehmern dann unter Anleitung versucht, in den Rosenquartieren des Rosariums die Regeln des Rosenschnitts in die Praxis umzusetzen. Dabei wurde jede Rose zunächst in ihrem Aufbau betrachtet, Schäden diagnostiziert, die den Aufbau störenden Triebe sowie der Rosentypus (Edel-, Strauch-, Kletterrose …) bestimmt. Nach einem Beispielsschnitt durch einen Rosenfreund konnten die Teilnehmer nach Anfeuerung unsererseits unter dem Motto loslegen: „Nur Mut! Es sind ja nicht ihre Rosen!“

Das Entdecken von schlafenden Augen, von Frostschäden oder Scheuerstellen gelang nach einiger Übung immer besser und nebenbei auch die Behandlung von Bohrlöchern des Triebbohrers, nämlich Rückschnitt bis ins gesunde Mark. Auch die Empfehlung „auf einen dicken Rosentrieb Spannung geben, um sich das Schneiden zu erleichtern“ wurde mit dem Ausspruch „geht wie Butter“ verinnerlicht. Damit jeder Teilnehmer die Praxishinweise und die Schnittausführung auch gut erfassen konnte, war die Teilnehmerschaft auf zwei Gruppen mit jeweils einem Gruppenleiter aufgeteilt.

 

Nach dem Ende der Übungen konnten die Teilnehmer sich noch mit Informationsblättern, Programmflyern, Rosenbindern, Rosenkatalogen, Rosenstärkungsmitteln und Kleingebinden mit Patentkali versorgen.

 

Die Teilnehmer bedankten sich für die lehrreichen Informationen und praktischen Tipps, die sie in ihren Gärten beherzigen wollten, wobei manche eingestanden,

dass sie bisher Vieles falsch gemacht hätten. Einige wollten auch gerne einmal zu den monatlichen Stammtischen der Rosenfreunde kommen, um aus ihrem Garten zu

berichten und um Lösungen zu Fachfragen zu erhalten.

Text und Bilder: Ulrich Perpeet

Pe, 03/18